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Aktionstag : Stillen – ein Gewinn fürs Leben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Eltern-Kind-Bindung wird am Klinikum Itzehoe intensiv gefördert. Aktionstag zur Weltstillwoche.

Es ist die natürlichste Sache der Welt: Neugeborene werden von ihren Müttern gestillt. Doch so selbstverständlich, wie es klingt, ist es nicht. Denn viele Fragen können die Mütter verunsichern: Was, wenn es nicht klappt? Wird mein Baby auch wirklich satt? Was darf ich nicht essen? Manchmal ist die Angst am Ende so groß, dass die Mütter das Stillen lieber gleich lassen. „Anfangs sind es viele, die es wenigstens versuchen wollen – aber oft wird dann schnell der einfachere Weg gewählt“, weiß Meike Guttmann, Still- und Laktationsberaterin am Klinikum Itzehoe. Meist seien es vor allem fehlende Informationen, die zur schnellen Aufgabe führen. Die Lobby für das Stillen sei nicht mehr so groß, deshalb gehe in den Familien das Wissen darüber verloren.

„Der Trend geht eher dahin, nicht mehr zu stillen“, bedauert auch Pflegedienstleiterin Heiderose Killmer. Dabei sei Stillen nicht nur für die Kinder wichtig, sondern auch für die Bindung zwischen Mutter und Kind – „beide haben etwas davon“. Bindung sei „ein Gewinn fürs Leben“, werde sie früh versäumt, könne sie nicht nachgeholt werden. Deshalb werde im Klinikum Itzehoe, das von der Weltgesundheitsorganisation WHO und dem Kinderhilfswerk Unicef als „babyfreundlich“ anerkannt ist, viel Wert auf Nähe und Geborgenheit gelegt.

Alle Mitarbeiter, von der Krankenschwester bis zum Arzt, seien speziell geschult, erklärt Meike Guttmann. Schon im Kreißsaal werde der Mutter-Kind-Kontakt gefördert und auch das Stillen unterstützt – soweit wie möglich auch bei Kaiserschnitt oder Frühgeburt. Und da das Itzehoer Krankenhaus eines der wenigen ist, das ohne Aufpreis Familienzimmer anbietet, werden auch die Väter eng mit eingebunden.

„Ich wurde sehr gut beraten und habe alle Zeit der Welt bekommen. Die Schwestern sind sehr offen für die Wünsche der Mütter“, sagt Astrid Kese über die Zeit nach der Entbindung ihres Sohnes Liam vor knapp sieben Monaten.

Die Hilfestellung endet auch dann nicht, wenn die Familie die Klinik verlässt. Im Babycafé, das jeden Montag um 11 Uhr stattfindet, können sich Mütter im ersten Lebensjahr ihrer Kinder austauschen, aber auch die Klinik-Experten um Rat fragen. „Es wird individuell auf jeden eingegangen, aber wir vermitteln auch den Kontakt untereinander, wenn wir wissen, dass jemand die gleiche Situation hatte“, erklärt Meike Guttmann.

Bei den Müttern kommt das Angebot gut an. „Es ist eine wichtige Anlaufstelle. Man bekommt auf jede Frage eine Antwort und stellt fest, dass man nicht allein ist“, sagt Kerstin Boese. „Und auch für die Kinder ist es toll, dabei zu sein.“

Es sei einfacher, in der Gruppe über Probleme zu reden, ergänzt Astrid Kese. „Oft nicken die anderen schon, wenn man anfängt zu erzählen, weil alle das Problem kennen.“ Es sei ein netter Austausch ohne Zwang und Druck, meint Anja Thöl. Durch das unterschiedliche Alter der Kinder sehe man auch, wie sie sich weiterentwickeln und sei auf mögliche Probleme vorbereitet. „Das gibt eine große Portion Sicherheit.“ Und es sei auch schön zu hören, dass es oft gar keine Probleme gibt, sondern „Mamas und Kinder dabei sind, bei denen es einfach gut läuft“. Gerade in schwierigen Phasen laste ein enormer Druck auf den Müttern. „Dieser Druck wird in der Stillberatung genommen.“
Im Rahmen der Weltstillwoche lädt das Klinikum Itzehoe Montag, 29. September, von 10 bis 12 Uhr zu einem Aktionstag auf die Station 24 im 3. Obergeschoss ein. Es gibt Angebote für Schwangere, Eltern und Kinder bis zum 1. Lebensjahr, Informationen rund ums Stillen und zu Tragehilfen. Außerdem wird ein Stillfilm gezeigt und es steht ein Glücksrad bereit.

Unter www.babyfreundlich.org können zudem ab sofort bis zum 5. Oktober bei einem Online-Quiz Preise vom Sportkinderwagen bis zum Baby-Autositz gewonnen werden.

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erstellt am 25.Sep.2014 | 17:00 Uhr

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