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Norddeutsche Rundschau

17. August 2017 | 06:16 Uhr

Stiftung bleibt auf Geld sitzen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Lieselotte Eberhardt will mit einer Million Euro bedürftige Seniorinnen in Brunsbüttel unterstützen / Behörde darf Daten nicht herausgeben

Mit einer guten Idee im Hinterkopf gründete Lieselotte Eberhardt vor zwei Jahren die nach ihr benannte Stiftung mit Sitz in Brunsbüttel. Im vorigen Jahr kam der erste, kleine Zinsertrag des Stiftungskapitals von einer Million Euro zur Ausschüttung: 7500 Euro. In diesem Jahr sollen es 25  000 Euro sein. Doch die Stiftung hat ein Problem: Sie erreicht ihre Zielgruppe nicht. Die 93-jährige Tochter von Paul Nofer, dem Gründer der heutigen Pano Verschluss GmbH, möchte Frauen aus Brunsbüttel unterstützen, deren Rente kaum zum Leben ausreicht. Doch die Behörden dürfen wegen des Datenschutzes keine Adressen weitergeben.

Deshalb geht Lieselotte Eberhardt jetzt den eigentlich ungeliebten Weg über die Öffentlichkeit. Sie wolle mit ihrer Stiftung Brunsbüttel etwas zurückgeben, sagt die muntere Seniorin. Schließlich habe die Erfolgsgeschichte ihrer Familie dort begonnen, im damaligen Brunsbüttelkoog. Ihr Vater gründete zunächst einen Elektroinstallationsbetrieb, verlegte sich in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts auf die Produktion von Verschlüssen, besonders für die Lebensmittelindustrie. Pano ist längst in Itzehoe ansässig, in Brunsbüttel gibt es noch eine Außenstelle für Werkzeug- und Maschinenbau. Doch ihrer Heimatstadt ist die 93-Jährige treu geblieben.

Sie weiß, dass noch immer viele Seniorinnen mit ihrer Rente am unteren Limit leben müssten. Ihnen will die Stiftung Unterstützung anbieten. Nicht in barer Münze, das würde zu Rentenkürzungen führen, betont Stiftungsvorstand Wolfgang Schröder aus Itzehoe. Aber denkbar seien Zuschüsse zu Dingen, die über die Sozialhilfe oder Krankenkasse nicht bezahlt würden. Auch Fahrten zu den weit entfernt lebenden Kindern könnte die Stiftung den Frauen ermöglichen. Denkbar seien auch Schiffsausflüge auf dem Kanal und Weihnachtsfeiern im Elbeforum.

Im vorigen Jahr half die Brunsbütteler Bürgerstiftung, das Geld einem guten Zweck zuführen. Doch Schröder sagt, die Lieselotte Eberhard Stiftung wolle selbstständig tätig sein. Die Gründerin der Stiftung will jetzt Kontakt zur Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Brunsbüttel aufnehmen, denn die Awo könne sicher mit Tipps weiterhelfen. Und auch von Bürgervorsteherin Karin Süfke erhofft sie sich Unterstützung für ihr Vorhaben.

Mit der Gießkanne werden die durch Zinsen angesammelten Erträge aber nicht ausgeschüttet, betont Wolfgang Schröder, der in Itzehoe Steuerberater ist. Vielmehr muss die Unterstützung durch die Stiftung beantragt werden. Dann entscheidet der Vorstand, zu dem auch Wulf Eberhardt gehört, über die Verwendung. „Ältere Frauen sollen sich auch was gönnen können“, sagt Lieselotte Eberhardt und hofft darauf, mit ihrer Stiftung ein wenig helfen zu können.

>Kontakt: Wolfgang Schröder, 04821/60494-0.

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erstellt am 24.Okt.2015 | 08:34 Uhr

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