Interview : Stete Sturzgefahr

Der Neurologe Dr. Alexander Schmied erklärt das Phänomen Freezing.

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23. August 2018, 14:23 Uhr

Was passiert bei Freezing aus medizinischer Sicht?

Die Verbindung zwischen dem „Wollen“ und dem tatsächlichen „Machen“ ist gestört. Ursächlich ist eine Störung der gehirnaktiven Hormone, vor allem ein Mangel an Dopamin an entscheidenden Stellen im Gehirn.

Was kann medizinisch getan werden?

Bestenfalls ist die Behandlung vielschichtig. Natürlich sollte die Parkinson-Medikation optimal eingestellt werden. Dennoch reicht dies oft nicht aus. Daher sollten dann vor allem krankengymnastische Beübungen durchgeführt werden. Dabei gibt es große Unterschiede in den möglichen Beübungen und spezielle, bereits erforschte Maßnahmen, die sich positiv auswirken. Nicht zu vergessen sind Hilfsmittel, so kann schon ein spezieller Gehstock Erstaunliches leisten.

Was bedeutet Freezing für die Betroffenen?

Dies ist natürlich ganz individuell, vor allem bedeutet es eine stete Sturzgefahr. Im Allgemeinen lässt sich aber sagen, dass das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten damit enorm abnimmt. Zumal das Freezing jederzeit und aus heiterem Himmel auftreten kann. Medizinisch bewerte ich Menschen mit diesem Phänomen als nicht gehfähig – auch wenn sie dies durchaus mehrere Stunden am Tag schaffen.

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