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Wenzel-Hablik-Museum : Sternenhimmel begeistert in Paris

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In Paris wurde eine Ausstellung mit Werken des Itzehoer Künstlers Wenzel Hablik gestartet. Im Hablik-Museum laufen die Vorbereitungen für die große Werkschau in Berlin.

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erstellt am 23.Apr.2017 | 08:00 Uhr

Itzehoer, die demnächst einen Besuch in Paris planen, könnten auf Vertrautes aus ihrer Heimatstadt stoßen: Auf Plakaten des Kunstmuseums Musée d’Orsay wird mit Wenzel Habliks Gemälde „Sternenhimmel“ von 1909 als Hintergrund für eine Ausstellung mit dem Werk des 1934 verstorbenen Itzehoer Künstlers geworben. Es ist bereits die dritte bedeutende Ausstellung mit Hablik in kurzer Zeit. 2017 scheint schon jetzt das Jahr des überregionalen Durchbruchs Habliks zu sein. Dabei steht die große Werk-Schau im Berliner Gropius-Bau im Herbst erst noch bevor. Im Itzehoer Hablik-Museum ist die Freude über das gestiegene Interesse groß, auch wenn die Präsentationen der Werke im In- und Ausland viel Arbeit für das Haus mit sich bringen.

Zwei Ausstellungen seien bereits abgeschlossen, berichtet Museumsleiterin Katrin Maibaum. Die Schau im Kieler Landeshaus (wir berichteten) ist beendet, die Werke sind wieder zurück in Itzehoe. Weit von seiner Heimat entfernt auf Reisen ist aber noch eines der bekanntesten Gemälde Habliks: Der kleinere der beiden „Sternenhimmel“ wurde mehrere Monate in einer Sonderausstellung der Art Gallery of Ontario in Toronto gezeigt und nach deren Abschluss direkt weiter nach Paris gebracht.

In der französischen Metropole ist das Werk aktuell im bedeutenden Musée d’Orsay im Rahmen der Ausstellung „Au-delà des étoiles. Le paysage mystique de Monet à Kandinsky“ – zu deutsch: „Jenseits der Sterne. Mystische Landschaften von Monet bis Kandinsky“ zu sehen. Mit dem „Kristallschloss im Meer“, einer Leihgabe der Nationalgalerie in Prag, wird ein weiteres Hablik-Gemälde in Paris ausgestellt – neben Werken von Künstlern wie van Gogh oder Gauguin. Besonders der „Sternenhimmel“ erfreut sich offenbar großer Beliebtheit bei den Besuchern, berichtet Maibaum. „Die Pariser Kollegen haben eine Reproduktion auf eine Art Torbogen geklebt. Wenn man sich das in den sozialen Netzwerken anschaut, ist es ein beliebtes Fotomotiv für Besucher der Ausstellung.“ Noch bis zum 25. Juni wird der zwei mal zwei Meter große „Sternenhimmel“ in Paris zu sehen sein, bevor er nach Itzehoe zurückkehrt.

Dort wird das Bild aber nicht lange bleiben, sondern mit seinem größeren Gegenstück, das aktuell noch im Obergeschoss des Hablik-Museums hängt, Mitte August nach Berlin weiterreisen. Knapp 300 Werke Habliks werden dann in einer großen Werkschau auf 700 Quadratmetern Ausstellungsfläche im Ausstellungshaus Martin-Gropius-Bau präsentiert. 95 Prozent der Ausstellungstücke kommen aus Itzehoe. Der Rest sind Leihgaben aus anderen Häusern. Die Vorbereitungen für die Ausstellung, die Maibaum gemeinsam mit ihrer wissenschaftlichen Mitarbeiterin Katharina Gräber kuratiert, seien jetzt in der „heißen Phase“. Die Werkauswahl sei abgeschlossen. Nun müsse in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Gropius-Baus der Aufbau der Ausstellung festgelegt werden. „Da geht es teilweise ganz profan ans Messen und Rechnen, um alles optimal zu platzieren.“ Parallel wird ein umfangreicher Begleitkatalog mit 208 Seiten und 180 Abbildungen produziert. Und nicht zuletzt müssen Maibaum und Gräber sich auch noch Gedanken über die Dauerausstellung in Itzehoe machen. Die Reise vieler Werke nach Berlin fordert Umgestaltungen, denn auch während der Berliner Schau soll geöffnet bleiben. Maibaum: „Das ist wirklich eine Herausforderung, aber wir freuen uns auch sehr über die große Aufmerksamkeit für Wenzel Habliks Werk.“

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