Steinzeitpark zählt zur „Straße der Megalithgräber“

Brutkamp in Albersdorf.   Dr. Rüdiger Kelm    will das kultur-touristische Angebot  ausbauen.
Brutkamp in Albersdorf. Dr. Rüdiger Kelm will das kultur-touristische Angebot ausbauen.

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08. April 2014, 12:26 Uhr

Der gewaltige Brutkamp in Albersdorf – er stammt aus der Zeit um 3550 vor Christus und hat den größten Deckstein eines Großsteingrabes in Schleswig-Holstein. Jetzt wurden der Brutkamp und der nahe Steinzeitpark in die internationale „Straße der Megalithgräber“, einer der Kulturwege des Europarats, aufgenommen. Dr. Rüdiger Kelm (46) vom Archäologisch-Ökologischen Zentrum Albersdorf: „Diese Anerkennung ist ein Meilenstein für die Weiterentwicklung unseres kultur-touristischen Angebots, wir werden in diesem Zusammenhang in den nächsten Jahren unsere Wanderwege und archäologischen Touren ausbauen.“

Am 27. April wird zum ersten Mal ein europaweiter „Tag der Megalithkultur“ an den verschiedenen Standorten organisiert, an dem sich auch der Steinzeitpark Dithmarschen beteiligen wird. Der Besuch eines Mitglieds des Europarats zu einem der verschiedenen Aktionstage, die Erarbeitung gemeinsamer internationaler Projekte mit den neuen Partnern und die Beantragung von EU-Fördermitteln sind laut Kelm in Planung. Mit einem Alter von etwa 5000 Jahren handelt es sich bei den Großsteingräbern um die ältesten bis heute erhaltenen Kulturdenkmäler Europas, älter als die ägyptischen Pyramiden. Ungewöhnlich ist auch, dass sie nicht nur in einer eng begrenzten Region, sondern in einem Großteil der europäischen Länder – wenn auch in verschiedener Form, Größe und Alter – vorkommen. Kelm: „Sie sind somit als grundlegend für die europäische Geschichte zu sehen.“ Gerade auch in den vergangenen Jahren wurden über die Großsteingräber im Rahmen neuer wissenschaftlicher Untersuchungen des Kieler Instituts für Ur- und Frühgeschichte unter anderem in der Region Albersdorf wesentliche neue Ergebnisse gewonnen.

Die „Megalithic Routes“ wurde 2009 mit der touristischen Ausschilderung einer Ferienstraße zwischen Osnabrück und Oldenburg (Niedersachsen) ins Leben gerufen. Danach kamen als weitere Projektpartner das niederländische Großsteingrab-Zentrum in Borger, die durch eine große Zahl gut erhaltener Megalithgräber geprägten Regionen Odsherred in Dänemark und Falköping in Schweden sowie die weltberühmte Kultanlage von Stonehenge in England hinzu. Seit 2013 gibt es die neue internationale „Straße der Megalithkultur“ als einer der offiziellen Kulturwege des Europarats, zu denen auch der Pilgerweg nach Santiago de Compostela zählt.

> Weitere Informationen und geplante Veranstaltungen: www.megalithicroutes.eu.

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