Investitionen in Heidehaus oder Krimi Nordica : Steinburg bekam mehr als fünf Millionen Euro an EU-Geldern

Rufen zur Beteiligung an der Europawahl auf (hinten v.l.):  Manfred Schmiade, Reinhold Wenzlaff, Olaf Prüß, vorn v.l. Martina Hummel-Manzau, Christian Holst und Anke Rohwedder.
Rufen zur Beteiligung an der Europawahl auf (hinten v.l.): Manfred Schmiade, Reinhold Wenzlaff, Olaf Prüß, vorn v.l. Martina Hummel-Manzau, Christian Holst und Anke Rohwedder.

Über die Aktivregion Steinburg kommen die Finanzmittel in die Region. Seit 2002 wurden 170 Projekte verwirklicht.

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14. Mai 2019, 14:42 Uhr

Itzehoe | Das Heidehaus in Kremperheide, das Gemeindezentrum Neuenbrook, die Wiedereröffnung der Gaststätte Wildwechsel in Kaaks, die Krimi Nordica – ohne Gelder der Europäischen Union wären diese Projekte wohl nie verwirklicht worden. Auch die Grundlagen für Steinburgs Vorzeigeprojekt, die großflächige Breitbandversorgung, sind durch EU-Gelder gelegt worden. Mehr als 5 Millionen Euro sind in der abgelaufenen Legislaturperiode von Brüssel nach Steinburg geflossen.

Über die Aktivregion Steinburg kommen die Finanzmittel in der Region an. „Europa wirkt bis in die Dörfer“, sagt Olaf Prüß vom Regionalmanagement der Aktivregion. Deshalb rufen Vereinsvorstand und Management auf, am 26. Mai zur Europawahl zu gehen. „Weil wir unsere Region und Europa mitgestalten und Europa besser und stärker machen wollen“, sagt der Vorsitzende Reinhold Wenzlaff. „Und wir gehen zur Europawahl, weil wir begeisterte Europäer sind“, so Prüß.

 

Dass Europa mehr sei als Bürokratie, Schwerfälligkeit und Streitereien zeige die Erfolgsgeschichte der regionalen Förderungen, so Olaf Prüß. Seitdem gebe es ein festes Budget, dessen Verwendung vor Ort entschieden werde. Die Gelder aus Brüssel, die über Kiel den Weg nach Steinburg finden, fließen seit 2002. Der Kreis Steinburg war damals eine von sechs Modellregionen im Land. Daraus entwickelten sich 2007 flächendeckend die Aktivregionen, die selbstbestimmt Projekte im ländlichen Raum fördern. „Wir waren damals die Pioniere und wir waren erfolgreiche Pioniere“, sagt Christian Holst von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Egeb, die zusammen mit dem Büro Region Nord die Geschäftsführung des ehrenamtlich tätigen Vereins übernommen hat.

170 Projekte wurden verwirklicht

Seit 2002 konnten 170 Projekte verwirklicht werden. Dafür flossen fast 20 Millionen Euro an Fördermitteln in den Kreis Steinburg bei einer Gesamtinvestitionen von 40 Millionen Euro. Prüß: „Es sind teilweise kleine Projekte, die gezielt Wirkung in kleinen Dörfern erzeugen wie beispielsweise die Kümmerin in Neuenbrook oder ein Hofladen zur Verbesserung der Grundversorgung in Kollmar.“ Die Aktivregion habe jedoch auch große Veränderungen in der Region mitgestalten können. Als Beispiele nennt Prüß das Grundlagenkonzept für die Breitbandversorgung, die kommunale Infrastruktur für das Wacken Open Air und das Konzept zur Störschleife Itzehoe.

Entschieden wird über die Projekte im elfköpfigen Vorstand, der sich aus fünf Politikern und sechs Vertretern von Sozial- und Wirtschaftspartnern zusammensetzt. Wenzlaff sagt:

Wir haben über die Jahre fast immer einstimmig entschieden Reinhold Wenzlaff, Vorsitzender
 

 Zusammen mit seinem Stellvertreter Manfred Schmiade hofft er, dass die Mittel auch in der nächsten Förderperiode weiter in den Kreis fließen. Auch deshalb sei die Europawahl jetzt so wichtig. Für die Aktivregion Steinburg gibt es bereits Zukunftsideen. „Autonomes fahren und die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum könnten Thema werden“, so Wenzlaff.

Die EU bringe jedoch nicht nur zusätzliche Gelder in den Kreis, sondern gewähre ihren Bürgern auch absolute Freiheiten, die sonst die wenigsten Menschen hätten. Und auch die exportorientierte deutsche Wirtschaft sei ein Profiteur der Union. „Deshalb müssen wir kämpfen, dass es mit Europa weitergeht.“

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