zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 15:24 Uhr

Glückstadt : Steinbeis plant Gewerbegebiet

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Papier herstellendes Unternehmen will sich Entwicklungsmöglichkeiten schaffen. Entwurf für 70 Hektar Fläche wird ausgelegt

von
erstellt am 03.Jan.2016 | 16:18 Uhr

Es ist das größte Gebiet, das die Stadt seit Jahren überplant. 70 Hektar Fläche, von der ein Großteil den Besitzern der Papierfabrik Steinbeis gehört. „Wir haben ein gemeinsames Interesse an dem Bebauungsplan“, sagt Bauamtsleiter Lüder Busch. Zum einen will die Stadt seit sieben Jahren den Bereich am Hafen überplanen, zum anderen gibt es ein großes Interesse beim Unternehmen. „Steinbeis ist Glückstadts größter Arbeitgeber“, so Busch, und wolle sich für die Zukunft aufstellen

Und dazu gehört auch, dass das Unternehmen Erweiterungsmöglichkeiten bekommt. Denn im B-Plan ist eine Fläche enthalten, die zurzeit nicht genutzt wird. Sie liegt hinter einer Häuserreihe an der Stadtstraße. Dort wird ein Gewerbegebiet von rund 187 000 Quadratmetern entstehen, auf dem sich auch auf einem Teil Industrie ansiedeln kann. „Wir als Stadt hoffen auf betriebsnahes Gewerbe. Dazu zählen Dienstleister, Zulieferer und Fachfirmen.“ Bebauungspläne können bis zu zwei Jahre dauern, Unternehmen wie Steinbeis müssten aber oft schnell auf den Markt reagieren können.

Das sehen die Geschäftsführer von Steinbeis, Michael Hunold und Ulrich Feuersinger, ebenso. „Wir müssen uns Entwicklungsmöglichkeiten sichern, um uns weiter zu entwickeln“, erklärt Hunold. Zwar sei unklar, wann das Gewerbegebiet tatsächlich umgesetzt werde, doch alle Voraussetzungen werden jetzt erfüllt. Dazu gehört auch, dass das Unternehmen Verträge über Ausgleichsflächen schließt. Diese müssen zwei zu eins geschaffen werden, wenn Flächen überbaut werden. Vertragspartner ist Moritz Graf zu Rantzau, der Flächen hat, die renaturiert werden können. Die Verträge mit dem Breitenburger Landbesitzer werden abgeschlossen, wenn der B-Plan rechtskräftig ist. „Wir wollen alles sauber abhandeln“, sagt Hunold.

„Wichtig ist uns die Sicherung des Standortes“, erklärt Ulrich Feuersinger. Und dazu gehört auch, dass auf der jetzigen Fläche des Unternehmens das Altpapierlager erweitert wird. Kosten: rund eine Million Euro. Eigentlich sollte es schon gebaut sein, aber an dem B-Plan wird schon sieben Jahre gearbeitet, und es muss im Januar eine erneute Auslegung erfolgen. Für den Ausbau des Altpapierlagers ist es notwendig, alte Pappeln zu entfernen. Das Umweltamt hat bereits zugestimmt. „Wir haben zu wenig Platz und das trifft uns aktuell am meisten“, erklärt Hunold. Auch für die Bäume – einige sind schon umgefallen – wird es Ersatzpflanzungen geben.

Der gesamte Bebauungsplan „Glückstadt-Süd – Sondergebiet Hafen und Industriegebiet“ ist im Norden durch die Straße „Am Rethövel“ begrenzt, im Osten durch die Stadtstraße, im Süden durch die Straße „Im Neuland“ und im Westen durch das Flurstück „alter Elbdeich“. Das Areal für die neuen Gewerbe- und Industrieflächen grenzen an den alten Deich und an das Grundstück der Papierfabrik.

Anders als im Gewerbegebiet-Süd dürfen in dem künftigen neuen Gewerbegebiet nur Betriebe ohne Wohnmöglichkeit gebaut werden. Das haben die Mitglieder des Bauausschusses bereits beschlossen.

In der neuen Auslegung des Bebauungsplanes sind Anregungen und Bedenken von Behörden bereits eingearbeitet. Dazu gehören auch Forderungen vom Archäologischen Landesamt: Vor dem denkmalgeschützten Deich soll ein breiterer Entwässerungsgraben entstehen als geplant. Mit einem Grünstreifen dient der Graben dann als „Abstandshalter“ zum Denkmal Deich. Im Ursprung war stattdessen geplant, den so genannten „Ziegelgraben“ – er führt an der Häuserreihe Stadtstraße entlang – zu verbreitern. Ausgenommen bei der gesamten Planung ist das Areal der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung an der Neutorstraße, da dort der Bund ein eigenes Planungsrecht hat.

Das Bauleitplanverfahren wird gemeinsam von der Stadt Glückstadt und der Firma Steinbeis finanziert, wobei das Unternehmen den Hauptteil trägt. Die Stadt trägt wiederum nur die Kosten für die Bereiche, die nicht relevant für Steinbeis sind. Hierüber wurde ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen