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WStadtplanung : Steinbeis: Bebauungsplan verschoben

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Politiker fühlen sich mit Gutachten überfordert und brauchen mehr Zeit / Im Süden soll Gewerbe entstehen

Fünf Jahre wurde an dem Setinbeis-Bebauungsplan gearbeitet. Überplant wird das 70 Hektar große Areal im Norden vom Binnenhafen und im Süden bis zur Straße Im Neuland. Im Osten wird es begrenzt von der Stadtstraße, im Westen vom alten Deich an der Straße im Neuland. Und eigentlich sollte der B-Plan im jüngsten Bauausschuss beschlossen werden. Doch die Politiker sahen noch Beratungsbedarf und wollen das Thema jetzt in ihren Parteien beraten. Da Fragen zu erwarten sind, sollen diese schriftlich bei der Stadtverwaltung eingereicht werden, damit diese zügig beantwortet werden können. Das Thema wird am 16. September im Ausschuss neu besprochen.

Drei Gutachter waren zur Sitzung gekommen, um die fast 300 Seiten umfassenden Papiere mit Begründungen sowie Gutachten zur Natur und Schall, zu erläutern. Diese Unterlagen waren den Politikern bereits im Juli zugesandt worden.

Ziel des Bebauungsplanes sind zwei wesentliche Punkte: Rechtssicherheit zu schaffen für die Papier herstellende Firma Steinbeis und für das Hafenumfeld am Rethövel.

Stadtplaner Stefan Escosura stellte die jetzige und künftige Nutzung des gesamten Areals vor. Wobei er das Wohnen am Hafen als „sensibel“ bezeichnete – wegen der Nähe zum Unternehmen. Für die heutige industrielle Nutzung auf dem jetzigen Steinbeis-Gelände würde es keinen Sinn machen, mit Einschränkungen zu arbeiten, erklärte er zum bestehenden Unternehmen. Anders sah er dies für die ehemals landwirtschaftlich genutzte Fläche, die Steinbeis im Süden vor einigen Jahren dazu gekauft hat. Dies Areal grenzt an der Straße Herrenweide und im Süden am Neuland an. Dieses Grundstück sei als „Mischgebietsfläche“ anzusehen, erklärte der Fachmann. „Schleichender Einzelhandel soll hier kategorische ausgeschlossen werden.“ Welche Art von Gewerbe dort angesiedelt werden könnte, erläuterte er nicht.

Peter Loose sprach über das Gutachten zu Fauna, Flora und Tieren. Auch er ging näher auf das dritte noch ungenutzte Teilstück ein. Dort müssten aus Denkmalschutzgründen zehn Meter zum Deich freigehalten werden. Zudem schlug der Fachmann in Richtung Stadtstraße vor, einen Grünstreifen anzulegen und den Graben für die Entwässerung auszubauen.

Volker Ziegler untersucht bereits seit zwölf Jahren den Schallschutz für den Bereich Steinbeis. Der Ingenieur hat in dieser Zeit ein Schallschutzkataster angelegt. „Damit kann ich simulieren, wo was ankommt.“ Eine Reihe von Schallschutzmaßnahmen seien bei Steinbeis bereits umgesetzt. „Wir haben gute Erkenntnisse von den Auswirkungen.“

Als schwieriges Terrain bezeichnete er die Lage am Hafen. Denn zum Beispiel in der Neutorstraße mit ihrer Wohnbebauung würden Lärmrichtwerte für Gewerbegebiete gelten. Und dies sei zu berücksichtigen.

Für das Erweiterungsgebiet im Süden empfahl er, nur Betriebe anzusiedeln, in denen nachts nicht oder nur eingeschränkt gearbeitet wird. Von einem Lärmschutzwall zur Stadtstraße hin riet er ab. „Nur bei Bedarf“ sollte dieser errichtet werden.

Und zum Erstaunen der Bürger, die die Sitzung verfolgten, erklärte er: Gibt es später eine Mehrbelastung durch Fahrzeugverkehr, sei dieser laut Rechtsprechung zumutbar.

Unter den Zuhörern war auch Dr. Michael Hunold, Geschäftsführer von Steinbeis. Sein Vorgänger Michael Söffge hatte gemeinsam mit Bauamtsleiter Dr. Lüder Busch die Pläne für den Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Die Kosten für die Erstellung des B-Planes und Flächennutzungsplanes teilen sich Stadt und Steinbeis.

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erstellt am 28.Aug.2014 | 17:00 Uhr

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