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Norddeutsche Rundschau

18. Dezember 2017 | 07:01 Uhr

Wirtschaft : Steinbeis baut weiteres Lager

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Geschäftsführer sehen die Papierfabrik in Glückstadt gut aufgestellt. Die Produktion wurde im Vergleich zum Vorjahr erneut erhöht.

von
erstellt am 27.Aug.2015 | 12:00 Uhr

Der Branche geht es schlecht, Steinbeis geht es gut. Während andere Papierhersteller Einbrüche im Verkauf von bis zu acht Prozent haben, wächst das Glückstädter Unternehmen. Dass sich die Produktion an der Stadtstraße seit Langem auf ökologische Papierprodukte spezialisiert hat, zahlt sich aus. Das sagen die Steinbeis-Geschäftsführer Ulrich Feuersinger und Dr. Michael Hunold. Steinbeis produziert mehr Papier als je zuvor, hat höhere Umsätze und investiert auch in diesem und kommenden Jahr in die Papierfabrik.

In 2015 ist eine große Anschaffung ein Rollenschneider für drei Millionen Euro, im kommenden Jahr ist ein neues Papierlager für rund acht Millionen Euro geplant. Trotz alledem hatte auch Steinbeis im vergangenen Jahr damit zu kämpfen, dass die Erlöse für Papier generell niedriger werden. „Der Wettbewerb der grafischen Papiere ist sehr intensiv“, sagt Ulrich Feuersinger.

Es werden weniger Zeitschriften gelesen und es wird weniger Papier für gedruckte Werbung genutzt. Die Papierbranche insgesamt verkauft deshalb weniger. Anders bei Steinbeis: „Wir sind gegen den Markttrend gewachsen“, erklärt Ulrich Feuersinger. Mit 292 000 Tonnen Papier wurden im vergangenen Jahr 19 000 Tonnen mehr als in dem Vorjahr produziert. Hier würde sich der Umbau der Papiermaschine 6 bemerkbar machen. Und der Umsatz stieg um 5,9 Millionen Euro auf 187,9 Millionen Euro. Feuersinger: „Wir sind nicht unzufrieden.“ Und die diesjährige Produktion laufe planmäßig – „wir hoffen auch den Rest des Jahres“. Trotzdem ist für die Geschäftsführer klar: Der Papiermarkt bleibt schwierig. Überkapazitäten drücken den Preis.

Da das Unternehmen Recyclingpapier aus Altpapier herstellt, macht sich diese Nische als ökologischer Trend bezahlt. „Es gibt jetzt auch endlich die Vorgabe der Bundesregierung, dass Behörden Recyclingpapier in den Büros verwenden müssen. Doch der Weg in den Behörden ist lang“, sagt er sinnbildlich zur langsamen Umsetzung.

Ein Thema ist: In vielen Büros geht der Trend dahin, papierlos zu arbeiten. Auch Rechnungen an Privatpersonen werden häufig digital zugeschickt. Trotzdem kennen die Geschäftsführer eine Online-Versicherung, die aus Datenschutzgründen Unterlagen nur auf Papier verschickt. „Datenschutz ist ein Thema“, sagt Feuersinger dazu, warum er zuversichtlich ist, dass Papier weiterhin gebraucht wird.

Steinbeis versucht neue Märkte zu erschließen – zurzeit in den USA und in Südamerika. Dort sei der Recycling-Gedanke noch „nicht tief drinnen“, so der kaufmännische Geschäftsführer. Doch die Botschaft verbreite sich auch dort. Und bei dem jetzigen Dollarkurs lohne es sich, Papier aus Glückstadt per Schiff dort hinzubringen. „Wir hoffen, dass wir dort in diesem Jahr starten können.“ Das Hauptaugenmerk liegt allerdings nach wie vor auf Europa. Wobei auch nach wie vor in Griechenland Papier verkauft wird. Dort arbeitet Steinbeis mit einem Großhändler zusammen.

Michael Hunold ist federführend beim technischen Part im Unternehmen. Er erklärt, dass Steinbeis die Energiekosten um zehn Prozent gesenkt hat. Unter anderem haben Mitarbeiter Verbesserungsvorschläge gemacht, wo gespart werden kann. Ein simples Beispiel: Eine Pumpe war im Gebrauch, die aber nicht notwendig war. „Wir haben an vielen Details gearbeitet“, erklärt Hunold. Und es soll noch weitergehen. „Im Bereich Effizienz tun wir sehr viel.“ Und das gilt auch für weitere Investitionen: „Uns fällt noch viel ein“, sagt der promovierte Ingenieur. Gerade erst ist ein neues Hightechlager für große Papierrollen gut angelaufen, da ist schon ein weiteres für Papierblätter, die Formatpapiere, geplant. „Hierfür wird eine neue Halle gebaut“, erklärt Hunold. Acht Millionen Euro sind veranschlagt.

Beide Geschäftsführer haben mitbekommen, dass die Stadt Glückstadt Kosten für Papier sparen will. Stadtvertreter sollen deshalb nur noch digital mit Unterlagen versorgt werden. Deshalb wollen sie jetzt der Stadt das Angebot machen, das für die Politiker benötigte Papier künftig zu spenden.

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