Papierhersteller : Steinbeis baut neue Hightech-Halle

Viele fertige Rollen Papier warten auf ihre Auslieferung.
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Viele fertige Rollen Papier warten auf ihre Auslieferung.

Rund sieben Millionen Euro werden in neues Glückstädter Bauprojekt investiert/ Gäste informieren sich bei Steinbeis über Logistik

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20. Juni 2014, 05:00 Uhr

Eine Rolle Papier, die bei Steinbeis hergestellt wird, ist 60 Kilometer lang. Wer die Rolle auslegt, kommt damit von Glückstadt bis Hamburg. Sie ist so groß, dass sie in die Werkshalle passt. Um sie dort aber herauszubekommen, muss sie vor Ort auf kleine Rollen zerschnitten werden.

Wie Papier entsteht und dann den Weg auf die Straße und zum Verbraucher nimmt, dass erklärten die Steinbeis-Mitarbeiter Gerd Lachmann und Marvin Trampenau Gästen der Veranstaltung „Logistik – nördliche Metropolregion aktiv in der Logistik-Initiative Hamburg“. Dazu eingeladen hatte die regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft egeb. Ein Thema war der Bau der neuen Lagerhalle auf 3600 Quadratmetern auf dem Werksgelände, in der dann ab Ende des Jahres vollautomatisch gearbeitet wird. Die Kosten betragen über sieben Millionen Euro.

Logistik ist ein großes Thema bei Steinbeis. 1, 1 Millionen Tonnen Altpapier, Chemikalien, Brennstoffe und vieles mehr erreicht das Werk jährlich. Lastwagen, die angekommen, werden zunächst auf dem Gelände gewogen beziehungsweise deren Ware, die dann per Computer erfasst wird. Dafür ist eine enorme Werklogistik notwendig.

Steinbeis ist europaweit der größte Hersteller von Recyclingpapier. Papier, welches ausschließlich aus Altpapier hergestellt wird. „In den vergangenen zehn Jahren hat Steinbeis rund 280 Millionen Euro in den Aufbau einer komplett integrierten und ökologisch ausgerichteten Papierfabrik gesteckt“, erklärte Gerd Lachmann.

„Wir haben die modernste Anlage für Recyclingpapier vermutlich weltweit.“ Dies hätten Untersuchungen Außenstehender ergeben. Zuständig ist Geschäftsbereichsleiter Lachmann für den Bereich „Supple chain Management“. Letzteres bedeutet den Ablauf vom Auftrag bis zur Auslieferung – kurz ausgedrückt „Lieferkette“.

330 Mitarbeiter arbeiten in der Produktion und den anderen Bereichen. Zwei Papiermaschinen produzierten im vergangenen Jahr 275 377 Tonnen Papier für Magazine und für das Büro. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 188,2 Millionen Euro, davon betrug die Exportquote 45,9 Prozent. „Die Kunden perfekt zu bedienen, ist ein Erfolgsmodell seit Jahren“, erklärte Gerd Lachmann. „Entscheidend ist der Kommunikationsfluss. So können Kundenwünsche gut und schnell erfüllt werden.“

Um noch besser aufgestellt zu sein, wird auf dem Gelände ein neues Hightech-Lager gebaut. Die Gründungsarbeiten für die Halle haben begonnen. Über diesen Part sprach Marvin Trampenau. Das Projekt heißt „Logistik 04 – Das smarte Rollenlager“ – übergreifend für das gesamte Unternehmen. „Wir befinden uns damit zur Schwelle zur vierten industriellen Revolution“, erklärte Marvin Trampenau. Logistik 04 würde intelligente Maschinen und Produkte, Lagersysteme und Betriebsmittel verzahnen. Die Kapazität der neuen Halle reicht für 12 400 Tonnen Papierrollen. Vollautomatische Greifer und Transportbänder für die schweren Papierrollen werden dort eingesetzt. Am Ende steht die Verladung auf Lastwagen. Die Halle wird Ende Juli gebaut, am 25. August werden die Kräne eingebaut und am 28. November erfolgt der erste Leistungstest.

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