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Steigende Kita-Kosten – enttäuschte Eltern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sie hatten sich bewusst dieses Forum ausgesucht, um ihren Ärger über die steigenden Kindertagesstätten-Beiträge deutlich zu machen: Eltern aus Dithmarschen hofften während der Kreistagssitzung, mit den Politikern ins Gespräch zu kommen. Doch die Fraktionen verwiesen auf die Geschäftsordnung und waren nicht zur Diskussion bereit.

Anschaulich schilderten vier Mütter während der Einwohnerfragestunde ihre Nöte mit den Betreuungsgebühren und formulierten Forderungen, die auf eine finanzielle Entlastung abzielten. Anne Schwichtenberg aus Süderholm machte ihrer Enttäuschung Luft: „Wir Eltern fühlen uns bei dem Mangel an Ganztagsbetreuungsmöglichkeiten erpresst. Die neuen Tarife machen einen Kindergartenplatz zum Luxusgut. Welche Konsequenzen sollen Familien ziehen, wenn es keine Alternativen gibt?“

Annika Scholtz, Mutter von zwei Kindern, berichtete von monatlich rund 900 Euro Betreuungsgeld. „Die erste Erhöhung traf uns im August, die zweite folgt ab Januar. Ich empfinde das als Schlag ins Gesicht. Das ist nicht familienfreundlich, vor allem nicht, wenn beide Partner einer Beschäftigung nachgehen müssen, um ihre Verpflichtungen zu erfüllen.“

Angesichts wachsender Belastungen gebe es kaum noch einen Anreiz, arbeiten zu gehen. „Doppelverdiener mit einem Ü3- und einem U3-Kind haben nach Abzug der monatlichen Kosten durchschnittlich 100 Euro mehr als eine Hartz-IV-Familie“, brachte Kerstin Tetens, stellvertretende Vorsitzende der Kreiselternvertretung (KEV) der Kitas, die Wut zahlreicher Eltern auf den Punkt. Die KEV kritisiert vor allem, dass sich Kita-Betreiber die 100 Euro oder zumindest einen Großteil holen, die das Land den Eltern als Entlastung versprochen hatte. „Die Landesregierung muss die Kita-Finanzierung transparenter machen. Für viele Haushalte sind die Kosten eine Katastrophe und es gibt keine bezahlbaren Alternativen.“ An die versammelten Mandatsträger appellierte sie: „Sie müssen jetzt bessere Anreize für Familien und junge Paare schaffen. Schließlich geht es um die Zukunft Dithmarschens.“

Während Kreispräsident Hans-Harald Böttger (CDU) für den Protest Verständnis zeigte, sahen die Fraktionen keinen Redebedarf.


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erstellt am 07.Dez.2016 | 14:54 Uhr

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