zur Navigation springen

Werks-besichtigung : Staunende Raffinerie-Besucher

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Über 3000 Gäste nutzten den Tag der offenen Tür, um die Raffinerie Heide in Hemmingstedt kennen zu lernen. Begehrt waren vor allem die Bustouren über das Werksgelände. Hier gab es sogar lange Wartezeiten.

Die Gäste staunen, was Swantje Schubert (23) in der Ausbildungswerkstatt der Raffinerie Heide präsentiert: Die Elektronikerin für Automatisierungstechnik erläutert ein schrankhohes Modell, das im Rahmen der Abschlussprüfung ihres Jahrgangs entstanden ist und viele der typischen Abläufe in dem Hemmingstedter Werk darstellt. Diese Raffinerie en miniature steckt voller Elektronik, Pneumatik, Digital- und Prozessleittechnik – verwirrend, aber beeindruckend für jeden Laien. Höhepunkt einer Ausbildung, die mit Körnen, Bohren, Feilen, dem Schneiden von Gewinden und dem Bedienen von Dreh- und Fräsmaschinen beginnt, wie Ausbildungsleiter Herms Peter Sievers den Besuchern erläutert. Nach Schätzungen der Gastgeber nutzten über 3000 Besucher den am Sonnabend veranstalteten Tag der offenen Tür, um das Werk kennen zu lernen.


Bustouren waren begehrt


Am meisten begehrt waren die Bustouren durch die Raffinerie, für die die Gäste sogar Wartezeiten von bis zu einer Stunde in Kauf nahmen. Andere konzentrierten sich auf ein Quiz, die Lösungen dafür waren auf den vielen Schautafeln in den Aktionszelten zu finden. Meike Thomsen aus Marne suchte, wie viele Tonnen Kohlendioxid durch einen neuen Wärmetauscher eingespart werden können: 8000. Im Gewerbepark nebenan werden nämlich Gewächshäuser mit Fernwärme versorgt, worauf dort der Verbrauch von Heizöl rapide gesunken ist. Meike Thomsens Sohn Finn lernt im Werk den Beruf des Chemikanten, seine Freundin Ann-Kathrin Peters nutzte ebenfalls den seit 2005 erstmals wieder veranstalteten Besuchstag, um einen Blick hinter die Werkstore zu werfen. Aus Sicherheitsgründen bleibt nämlich auch Angehörigen und Freunden ein Besuch im Alltag ansonsten verwehrt.

Geschäftsführer Thomas Gerber war vom Besucherandrang und Engagement der Mitarbeiter, die den Tag ein Jahr lang vorbereitet haben, begeistert. „Ich freue mich, dass es ihnen Spaß gemacht hat – und habe auch ein bisschen Stolz gespürt, dass sie ihren tollen Arbeitsplatz mal zeigen dürfen.“ Er sieht den Tag der offenen Tür in erster Linie als Familientag, aber auch die Nachbarn aus dem Umland seien gekommen, um mal zu sehen, was hier eigentlich gemacht wird.

Gewässerschutzbeauftrager Wilfried Hilbig wurde nicht müde, von den erreichten Grenzwerten im Abwasser zu sprechen, die weit unter den gesetzlich vorgeschriebenen liegen würden. „Ich bade und segele selbst im Wattenmeer, da will ich ja auch, dass dort alles sauber bleibt“, unterstrich er seine Erläuterungen mit einem persönlichen Wort. Bei der Werksfeuerwehr erkundete der knapp zweijährige Luca aus Diekhusen-Fahrstedt auf dem Arm seines Großvaters Olaf Johnson, was Opa an seinem Arbeitsplatz so macht. Ihn faszinierten natürlich vor allem die roten Feuerwehrautos. Die Erwachsenen, wie Olaf Johnsons Frau Inke, schauten hingegen interessiert die ausgestellten Schutzanzüge an, die neben Benzin und Diesel sogar Laugen und Säuren in hoher Konzentration widerstehen könnten. Sollte es Leckagen geben, schlüpfen die Einsatzkräfte in diese Anzüge.

So richtig nach dem Geschmack der Kinder war die große Modellanlage, die von Oberfeuerwehrmann Harald Steen aufgebaut und betreut wurde: zuckende Blaulichter und laute Martinshörner, wohin die Augen der Kinder auch wanderten.



zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen