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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 21:45 Uhr

Breitband : Startschuss in zehn Pilotgemeinden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Für 63 Orte in vier Ämtern kommt es jetzt zur Nagelprobe. Fünf Info-Veranstaltungen allein im Februar. Verbandschef Henning Ratjen ist optimistisch.

shz.de von
erstellt am 16.Jan.2014 | 05:00 Uhr

„Nach drei Jahren der Vorarbeit wird es jetzt ernst.“ So umschreibt der Vorsteher des Zweckverbandes „Breitbandversorgung Steinburg“, Henning Ratjen, den aktuellen Stand der gemeinsamen Initiative von mehr als 100 Gemeinden. Tatsächlich geht es jetzt in Riesenschritten voran. Am Montag tagte der allgemeine Verbandsausschuss, der mehr als 100 Seiten dicke Vertrag mit den Stadtwerken Neumünster ist unter Dach und Fach, nächsten Mittwoch berät in Heiligenstedten die Verbandsversammlung. Am 27. Januar werden noch einmal alle betroffenen Mandats- und Funktionsträger detailliert unterrichtet. Insgesamt, so Henning Ratjen, seien an dem Entscheidungsprozess mehr als 900 Menschen beteiligt.

Und dann geht es Schlag auf Schlag weiter. Aus den 63 Gemeinden in den Ämtern Kellinghusen, Breitenburg, Schenefeld und Itzehoe-Land, die jetzt in einem ersten Schritt mit Glasfaserleitungen versorgt werden sollen, wurden zehn Orte als Pilotgemeinden auserkoren. Hier sollen im Februar Informationsveranstaltungen stattfinden, den Auftakt bildet Quarnstedt (siehe Infokasten). Zwischen dem 20. Februar und dem 23. März wollen dann Mitarbeiter der Stadtwerke Neumünster in den Pilotgemeinden vor Ort sein und die Haushalte auch individuell informieren. Sie werben während des Aktionszeitraums natürlich mit attraktiven Angeboten. So soll es den Hausanschluss kostenlos geben. Wer sich erst später – aber noch vor Beginn der Baumaßnahmen – entschließen kann, zahlt 290 Euro, anschließend würde es dann 990 Euro kosten. Der Preis gilt für die ersten 20 Meter auf privatem Grund, jeder weitere Meter würde während der Bauphase mit 35 Euro extra berechnet.

Eine erfolgreiche Anschlussquote in den Pilotgemeinden vorausgesetzt, würden die Arbeiten in den übrigen 53 Gemeinden sich nach und nach anschließen. Henning Ratjen geht davon aus, das bis Ende 2016 alle Orte am Netz sind. In welcher Reihenfolge soll eine Koordinierungsgruppe festlegen.

Ganz entscheidend komme es vor allem zum Auftakt darauf an, die Menschen von den zukunftsweisenden Vorteilen der Glasfaserverbindungen zu überzeugen. „Hier sind jetzt ganz klar alle Bürgermeister und Gemeindevertreter gefordert, für das Projekt zu trommeln.“ Ratjen und der bei der Steinburger Kreisverwaltung für die Initiative zuständige Dezernent Dr. Friedrich Stork hoffen, dass auch die Bevölkerung gut mitzieht. Ratjen: „Vielen ist vielleicht noch gar nicht bewusst, welche einmalige Chance wir hier haben.“ Außerdem: „Mit Breitbandanschluss steigt heute der Wert einer Immobilie automatisch um fünf Prozent.“ Dr. Stork geht sogar noch weiter: „Letztlich geht es sogar um die Frage: verkäuflich oder unverkäuflich.“ Er verweist auf eine bedrohliche Entwicklung gerade im ländlichen Raum, wo es immer mehr Leerstände gebe. Stork erinnert zudem an die demografische Entwicklung mit einem zunehmenden Verlust an Einwohnern. Hier könnte eine hochmoderne Infrastruktur den Kreis für mehr Menschen wieder attraktiv machen.

Henning Ratjen ist zuversichtlich, dass die Breitband-Initiative ein Erfolg wird: „Wir fangen jetzt an, ich bin guter Dinge.“

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