Glasfasernetz : Startschuss für schnelles Internet

Buddeln für das Glasfasernetz (von links): Ralph Müller-Beck,  Henning Ratjen, Dirk Sasson und Torsten Wendt.
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Buddeln für das Glasfasernetz (von links): Ralph Müller-Beck, Henning Ratjen, Dirk Sasson und Torsten Wendt.

Die Bauarbeiten für die Verlegung der Glasfaserkabel haben begonnen. Insgesamt werden kreisweit 44 Millionen Euro investiert.

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29. Juni 2014, 08:00 Uhr

Nur zwei Prozent aller deutschen Haushalte haben bisher einen Glasfasernetz-Hausanschluss – demnächst gehören auch die Einwohner von 100 Steinburger Gemeinden zu diesem exklusiven Club. Gestern Abend fiel in Fitzbek der Startschuss zu den Bauarbeiten für den kreisweiten Breitband-Ausbau. Im ersten Schritt werden die zehn Gemeinden aus dem ersten Aktionsgebiet an das schnelle Internet angeschlossen. Dazu zählen neben Fitzbek noch Lockstedt, Oeschebüttel, Quarnstedt, Rade, Rosdorf, Sarlhusen, Störkathen, Wiedenborstel und Willenscharen. „Wir sind froh, dass es jetzt losgeht und schon wenige Monate nach dem ersten Vermarktungsstart die Bagger anrollen“, freute sich Henning Ratjen, Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Breitband Steinburg und Fitzbeker Bürgermeister. Aufgrund der guten Resonanz und der hohen Quote, die im ersten Aktionsgebiet (über 600 Haushalte) erreicht wurde, hatten die Stadtwerke Neumünster zur „Anbaggerfete“ eingeladen.

Die Stadtwerke sind Partner des Breitband-Zweckverbandes, sie bauen und betreiben das Netz. 63 Gemeinden mit 44 000 Einwohnern und 21 000 Haushalten werden nach und nach angeschlossen, 44 Millionen Euro werden investiert. Nicht dabei sind vorerst die Ämter Wilstermarsch, Krempermarsch sowie Horst-Herzhorn. Aber auch dort ist im Herbst eine Ausschreibung geplant. „Es ist eine Herzensangelegenheit, auch diese Ämter zu versorgen“, so Ratjen gestern.

Schleswig-Holsteins Technologie-Staatssekretär Ralph Müller-Beck lobte den guten Verlauf des Projekts. „Ein derartiges Projekt wäre ohne die Solidargemeinschaft der beteiligten Gemeinden nicht möglich gewesen“, sagte Müller-Beck vor allem mit Blick auf die Arbeit des Zweckverbandes. Steinburg sah er dabei als Vorreiter und beispielgebend für das ganze Land. „Sie setzen um, was die Landesregierung gerne möchte.“

Landrat Torsten Wendt betonte, dass Verbandsvorsteher Henning Ratjen sehr gute Überzeugungsarbeit für „diese gute und für Steinburg bedeutende Sache“ geleistet habe. „Ihrer Begeisterungsfähigkeit ist es zu verdanken, dass gerade auch die Bürgermeister und Gemeindevertreter mit Ihnen an einem Strang gezogen haben“, so Wendt. „Ihnen allen ist es gelungen, den Bürgern die Bedeutung und die Chance, die im Ausbau des Glasfasernetzes liegt, näher zu bringen“. Für den Kreis Steinburg sei dies ein großer Gewinn, damit auch die ländliche Region in der Zukunft bestehen könne. Das Glasfasernetz nannte er unverzichtbar für die Zukunft. Irgendwann werde es so selbstverständlich sein wie heute die Wasserversorgung.

Dirk Sasson, Prokurist und Bereichsleiter Telekommunikation bei den SWN Stadtwerken Neumünster, hob hervor, dass SWN inzwischen mit über 10 000 Kunden der größte Flächenversorger des Glasfasernetzes in Schleswig-Holstein ist. Experten, so Sasson, seien davon überzeugt, dass schon in wenigen Jahren die Glasfasertechnologie diejenige Technologie sein wird, die notwendig ist, um die Datenströme über das Internet zu bewältigen. Besonderheiten des Netzes seien nicht nur die superschnellen Bandbreiten und die Stabilität, sondern auch die Besitzverhältnisse, denn das Glasfasernetz sei ein„Bürgernetz, dass nach 25 Jahren den Gemeinden gehöre.

In den ersten beiden Aktionsgebieten (zum zweiten gehören Mühlenbarbek, Wittenbergen, Wulfsmoor, Auufer, Hingstheide, Breitenberg, Moordiek, Westermoor, Kronsmoor) werden laut Sasson 97 Prozent aller Haushalte (insgesamt 1160) erschlossen und könnten anschließen. 75 Kilometer Kabel werden dafür verlegt, hinzu kommen 25 Kilometer für die Hausanschlüsse. Sieben Millionen Euro investiert der Zweckverband, weitere 750 000 Euro die Stadtwerke. Im Herbst sollen die ersten Haushalte ins schnelle Datennetz starten können.

Vor dem gemütlichen Teil würdigten die beiden Nachbarbürgermeister Heiner Rickers (Oeschebüttel) und Hauke Vollstedt (Rosdorf) im Namen ihrer Amtskollegen Henning Ratjen für seinen unermüdlichen Einsatz für den Zweckverband.



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