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Jugendarbeit in Itzehoe : Startschuss für Haus der Jugend

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Nach langen Diskussionen gehts es endlich los: Das Haus der Jugend wird an der Grunerstraße gebaut. Ende 2017 soll es eröffnet werden.

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erstellt am 29.Okt.2015 | 05:00 Uhr

Es ist ein Termin wie gemalt für einen Bürgermeister im Wahlkampf. In der schönsten Oktober-Sonne steht Andreas Koeppen gestern auf dem Gelände gegenüber dem Planschbecken, auf dem nun bald das Haus der Jugend (HdJ) gebaut werden soll. „Wir sind so weit. Es geht los“, sagt Koeppen als er vor dem großen Bauschild steht, das an der Ecker Grunerstraße / Adolf-Rohde-Straße darauf hinweist, dass hier ein Zentrum für die Jugendlichen entstehen soll. Schon in den kommenden Tagen sollen erste Bäume gefällt und das Baufeld geräumt werden.

Der Weg zum Bau des HdJ war lang und steinig, denn nachdem die Stadt den Untergrund untersuchen ließ, musste sie feststellen, dass das Grundstück mit Toluol verschmutzt ist, das benzolähnlich und krebserregend ist. Es folgten aufwändige Untersuchungen des 4400 Quadratmeter großen Areals, auf dem einst die Gruner-Druckerei stand und das die Stadt in den 80er Jahren gekauft hatte. „Damals lag das Grundstück, auf dem wir jetzt bauen, sechs bis sieben Meter tiefer“, sagt Architekt Carl Holdorf. Bis zu 15 Meter tief gingen die Bohrungen, noch immer werden an einer Reinigungsstelle an der Klaus Groth-Straße Schadstoffe abgesogen. „Die sind vermutlich unterirdisch Richtung Lindenstraße gelaufen“, sagt Angela Koch vom Gebäudemanagement der Stadt. Dazu werde es eine weitere Säuberung des verschmutzten Grundwassers jenseits der Adolf-Rohde-Straße geben.

„Das wird allerdings den Baubeginn nicht verzögern, denn das Baufeld für das Haus der Jugend ist nicht mehr belastet“, sagt Koeppen. „Und wir werden das ganze Gelände säubern, so dass für die Kinder und Jugendlichen, die sich hier einmal wohlfühlen sollen, keinerlei gesundheitliche Gefahr besteht.“ Wann alle Schadstoffe beseitigt sind, ist noch unklar.

Genauso unklar ist, wie viel die Untersuchung des verschmutzten Untergrundes und die Reinigung des Grundwassers am Ende kostet. Fest steht, dass der Bau des Gebäudes das direkt an der Adolf-Rohde-Straße entsteht und ein großes Freigelände mit neuen Bäumen bekommt, 3,8 Millionen Euro kosten wird. Das HdJ erhält ein Untergeschoss, in das an einigen Stellen auch Tageslicht einfallen soll. Darauf entstehen auf 600 Quadratmetern ein Erd- und ein Obergeschoss, die viele Gestaltungsmöglichkeiten bieten sollen.

Mit dem Hochbau könne aber frühestens im Frühjahr begonnen werden, sagt Carl Holdorf. „Das Grundstück liegt zwar ideal, ist aber nicht ganz einfach“, ergänzt Angela Koch. So müsse ein komplett neuer Abwasserkanal gebaut werden, was viel Zeit koste. Dazu müsse ein Teil des Bodens ausgetauscht werden, der sich danach erst wieder setzen müsse, auch um eine Pfahlgründung zu vermeiden.

Und so wird es noch dauern, bis die ersten Jugendlichen ihr Haus in Besitz nehmen können. „Ende 2017 wird es so weit sein“, sagt Holdorf und blickt in ein erstauntes Gesicht des Bürgermeisters. „Habe ich da 2016 gehört?“, fragt Andreas Koeppen hoffnungsfroh – und muss sich eines Besseren belehren lassen. Alles kann also auch für einen Bürgermeister im Wahlkampf an einem solchen Tag nicht perfekt sein.

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