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Breitband : Startschuss für drei weitere Ämter

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Auch Krempermarsch, Wilstermarsch sowie Horst-Herzhorn sollen an das schnelle Internet angeschlossen werden.

shz.de von
erstellt am 31.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Die Entscheidung fiel einstimmig: Die Mitglieder des Zweckverbandes Breitbandversorgung Steinburg beschlossen in Heiligenstedten die Ausschreibung für ein Glasfasernetz in drei weiteren Steinburger Amtsbereichen. Damit fiel der Startschuss auch für die Wilster- und die Krempermarsch sowie das Amt Horst-Herzhorn. Verbandsvorsteher Henning Ratjen ist von einem Erfolg überzeugt: „Das Interesse von potentiellen Bietern ist vorhanden.“ Für die zum Teil recht weitläufigen Marschgebiete ist es allerdings auch schon der zweite Anlauf. Eine erste Ausschreibung war an mangelndem Interesse gescheitert. Das hat sich inzwischen spürbar verändert. Zum einen wurde das Kreisgebiet mittlerweile in unterschiedliche Lose aufgeteilt. Und da, wo es mit den Stadtwerken Neumünster schon einen Partner gibt, läuft es höchst erfolgreich. „Wir haben in den 25 Gemeinden, wo bisher die Vermarktung stattgefunden hat, ohne große Schwierigkeiten eine Anschlussquote von durchschnittlich 60 Prozent erreicht“, freut sich Ratjen. „Damit haben wir den Nachweis erbrecht, dass unser Modell in ländlichen Gebieten funktioniert.“

Für den Vorsteher und den gesamten Verband war der erfolgreiche Auftakt Grund genug, jetzt noch mehr auf die Tube zu drücken. Mit guter Vorarbeit und den bisherigen Erfahrungen soll die Ausschreibung jetzt möglichst schnell erfolgen. Henning Ratjen hofft, dass vielleicht schon zum Ende des ersten Quartals 2015 Verträge unterzeichnet werden können. Dann würden bereits im Frühjahr Vermarktung und Ausbau starten können. Ursprünglich sollte die kreisweite Ausstattung mit einem hochmodernen Glasfasernetz über fünf Jahre laufen. Inzwischen hat die Verbandsspitze die zeitliche Zielsetzung korrigiert. „Wenn alles klappt, sind wir schon Ende 2017 mit allem durch.“ Generell bleibt aber die Ansage, dass nicht auch noch der letzte abgelegene Hof in den Genuss des ganz schnellen Internets kommen kann. Henning Ratjen spricht weiterhin von einer Anschlussquote von 95 Prozent. In einer kurzen Diskussion in der Verbandsversammlung wurde allerdings deutlich, dass auch mehr Anwohner einer Gemeinde leer ausgehen könnten, weil sich der Anschluss für den Anbieter auch noch wirtschaftlich rechnen lassen müsse. In vielen Fällen, so Henning Ratjen, greife man in den Gemeinden dann allerdings auch mit großem Erfolg zur Selbsthilfe. Ein Problem: Will eine Gemeinde die Anschlussquote im Sinne ihrer Bürger und einer Attraktivitätssteigerung des gesamtes Ortes mit eigenen Mitteln nach oben bringen, tritt auch mal schnell die Kommunalaufsicht auf die Bremse. Im Unterschied zur Bereitstellung von Kita-Plätzen und eines Be- und Entwässerungssystems gehört Glasfaser nach Behörden-Lesart offenbar noch nicht zur allgemeinen Daseinsfürsorge. Entsprechend werden Kredite für eine Leerrohrverlegung zum Beispiel einfach nicht genehmigt.

In die Ausschreibung stecken die im Verband organisierten rund 100 Steinburger Gemeinden rund 200 000 Euro für Leistungen von Beratern. 75 Prozent davon werden allerdings durch Fördermittel abgedeckt, sodass ein Eigenanteil von lediglich 50 000 Euro bleibt. Für die beteiligten Gemeinden hält sich das finanzielle Risiko in überschaubaren Grenzen. Sollte in einzelnen Orten die erforderliche Anschlussquote nicht erreicht werden, ist sogar noch ein Ausstieg möglich – allerdings erst am Ende des Verfahrens.

Derweil läuft in anderen Teilen des Kreises der Glasfaserausbau auf Hochtouren. Im Oktober soll mit Wiedenborstel sogar Deutschlands kleinste Gemeinde ans Netz. Henning Ratjen geht davon aus, dass es ab 5. November in den angeschlossenen Gebieten die ersten Aufschaltungen geben wird. Ab Januar soll dann sogar schon die ersten Pachtzahlungen in den jeweiligen Gemeindekassen fließen. Wann welche Gemeinde als nächstes drankommt, wird immer erst wenige Tage vor dem Vermarktungsstart bekanntgegeben, weil man keine Mitbewerber auf den Plan rufen will. Laut Henning Ratjen wird mittlerweile nämlich sehr genau beobachtet, dass man in Steinburg mit Riesenschritten auf dem Weg zu einem (fast) flächendeckenden Glasfasernetz ist.

 

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