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Wacken Open Air 2017 : Startschuss für den WOA-Wahnsinn

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Aufbau abgeschlossen: 75 Sattelzüge angerollt – fast 1000 Tonnen Bühnenmaterial verarbeitet. Verschärfte Sicherheitskontrollen werden angekündigt.

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erstellt am 02.Aug.2017 | 12:17 Uhr

Bagger rollen, Kräne hieven tonnenweise Material in die Höhe und mehrere hundert Handwerker hämmern, was das Zeug hält. Wo von morgen bis Sonnabend rund 75  000 Festivalbesucher zu extremen Metal-Klängen feiern werden, wurde gestern noch hart gearbeitet. Während die ersten Fans bereits angereist waren, ging der Aufbau beim Wacken Open Air, Deutschlands größtem Metal-Festival, in die heiße Phase. Die acht Bühnen standen am Dienstag bereits, bis heute Mittag muss auch Licht- und Tontechnik installiert sein. „Wir sind gut im Zeitplan“, sagt Markus Olma, der den Bühnenaufbau leitet. Seit über einer Woche sind er und seine Mannschaft bereits auf Wackens Äckern im Einsatz. Das Regenwetter habe die Arbeiten zwar teilweise stark behindert, allerdings habe man die Verzögerungen wieder aufgeholt. „Mittwoch müssen wir fertig sein, so oder so.“

Für Olma ist das WOA eine der größten Veranstaltungen, die er betreut. Knapp 75 Sattelzüge mit Bühnenmaterial – das sind knapp 1000 Tonnen – hat er zu verbauen. Größte Herausforderung ist der matschige Untergrund, die Arbeiter mit über 70 tonnenschweren Betonplatten stabilisiert haben. Erstmals wurde auf dem Gelände auch eine einen Kilometer lange Bier-Pipeline verlegt.

Während Bühnenbauer und Techniker schwitzten, machten es sich die Festivalbesucher auf den Campingplätzen gemütlich. Mehrere zehntausend Fans waren bis gestern Abend bereits angereist. Mit dem Hauptanreisestrom rechnen die Einsatzkräfte heute.

Die Besucher des Festivals müssen sich laut Polizei auf verschärfte Sicherheitskontrollen einstellen. Zwar gebe es für das WOA zurzeit keinerlei Erkenntnisse in Hinsicht auf eine besondere Gefährdungslage, allerdings gelte allgemein weiter eine abstrakt hohe Sicherheitslage, sagte ein Sprecher. Das Verbot, Taschen und Rucksäcke in das Infield mitzunehmen, habe sich bewährt und werde beibehalten. Die Zahl der Polizeikräfte sei im Vergleich zum vergangenen Jahr noch einmal erhöht worden. „Insgesamt sind einige hundert Polizeikräfte im WOA im Einsatz.“ Die genaue Zahl wolle man nicht nennen.

Abgesehen von zwei Zwischenfällen (siehe links), gab es bisher keine nennenswerten Vorfälle. Die Fans feierten nach Polizeiangaben ruhig und friedlich. So beispielsweise der 27-jährige Casper K. Pedersen, der mit mehreren Freunden aus dem dänischen Odense zum WOA angereist ist und sich die Zeit damit vertrieb, einen Turm aus Bierdosen zu bauen. „Wir kommen immer schon am Montag nach Wacken, weil die Stimmung so gut ist“, sagte er. „Bis Donnerstag machen wir erstmal Party und trinken Bier.“

Inoffiziell wird das Festival bereits am Mittwochabend mit einem Auftritt der Wackener Feuerwehr-Kapelle, den „Firefighters“, eröffnet. Ab Donnerstagabend treten dann insgesamt 150 Künstler und Bands auf, darunter Alice Cooper, Volbeat und Avantasia. Bleibt nur noch die Frage, wie tief der Matsch auf dem Gelände in diesem Jahr wird. Gestern war die Lage noch weitestgehend entspannt. Während für heute nur leichte Schauer vorhergesagt werden, soll es am Donnerstag Gewitter mit heftigen Niederschlägen geben. Spätestens dann dürfte die Schlammschlacht vor den Bühnen sicher sein.

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