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Schleusenbaustelle Brunsbüttel : Start mit angezogener Handbremse

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Schleuseninformationszentrum wartet auf Gelder der Aktiv-Region. Die Gästeführer proben aber schon mal den Regelbetrieb.

Schleusenführungen, in die das neue Infozentrum an der Schillerstraße einbezogen wird, gibt es schon. Aber für die von der Stadt mit den Gästeführungen beauftragte Brunsbütteler Volkshochschule ist das Projekt ein Start mit angezogener Handbremse: Den Regelbetrieb müssen Koordinator Roland Ladage und sein Team vor sich her schieben. Es fehlt Geld aus der Aktiv-Region, um nötige Ausgaben zu schultern.

Diese Mittel sind im vorigen Jahr schon beantragt worden, im Herbst mussten die Anträge neu auf den Weg ins zuständige Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume gebracht werden – die Formulare hatten sich geändert. Dabei läuft das Programm offiziell bereits seit Anfang 2015. Die Brunsbütteler gehen davon aus, dass es die Fördergelder – 32  000 Euro und damit eine 60-prozentige Bezuschussung – geben wird. Denn die vorgeschaltete Aktiv-Region Dithmarschen hat das Schleuseninfozentrum als Leuchtturmprojekt eingestuft. Das SIZ hat also höchste Priorität.

Da schon das vergangene Jahr nicht genutzt werden konnte, um interessierte Gäste über Europas größte Wasserbaustelle, den Bau der fünften Schleusenkammer, zu informieren, soll die touristisch wichtige Saison 2016 nicht auch noch geopfert werden. Roland Ladage, seine fünf bisherigen und die 13 zusätzlich vom Wasser- und Schifffahrtsamt ausgebildeten Gästeführer legen einfach schon mal los. Im Probebetrieb.

So genannte offene Führungen ohne Anmeldung finden zunächst dienstags, donnerstags sowie sonn- und feiertags um 14 Uhr statt. Die dauern inklusive eines Rundgangs an den Schleusen rund 70 Minuten. Karten sind an der Tourist-Info am Gustav-Meyer-Platz erhältlich.

Neu sind speziell barrierefrei ausgelegte Führungen. Das ist ein Angebot für Gruppen mit in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen. „Das ist mit einer Begleitperson leicht zu machen“, sagt Ladage.

Der Schleusenbau interessiert auch Fachleute. Für die gibt es eigene, technische Führungen. Auch hier ist aber wie in den anderen Führungen die Baustelle kein Ziel. Das ist zu gefährlich. Doch genau dafür ist das SIZ mit moderner Technik wie Web-Cams ausgestattet.

Eine weitere Zielgruppe sind Familien mit kleinen Kindern. Die starten sonntags am 19. Juni, 3. Juli und 7. August jeweils um 14 Uhr an der Tourist-Info. Schleusen und Kanal werden kindgerecht erklärt. Schließlich sind da noch angemeldete Gruppen. Von denen registriert Ladage verstärkten Zulauf, nicht zuletzt dank der Cuxhavenfähre auch aus Niedersachsen.

Potenzial sei besonders werktags auf jeden Fall da, sagt Roland Ladage. Er hofft wie Stadtmanagerin Anne-Merle Wulf auf das Eintreffen des Förderbescheids der Aktiv-Region. Dann könne endlich gezielt Werbung gemacht werden – was momentan mit schnell gedruckten Info-Blättern geschieht, um die Kosten niedrig zu halten. Denn alles, was jetzt fürs Infozentrum ausgegeben wird, ist vom Fördergeld aus Kiel nicht gedeckt. Wulf: „Leider ist in dieser Förderperiode der vorzeitige Maßnahmebeginn weggefallen.“ Denn: „Wir wollen nicht länger die Füße still halten.“ Auch das geplante Konzept soll endlich umgesetzt werden. Der jetzige Probebetrieb sei aber eine gute Gelegenheit, die Abläufe zu optimieren.

Die Gästeführer sind weniger ungeduldig. „Es bringt Spaß,“, sagt Michael Möge. Wie er und Werner Haack liebt auch Carla Baaß die Herausforderung, die unterschiedliche Gruppen für die Flexibilität des Teams bedeuten. Sie sagt: „Uns geht es darum, dass hinterher die Leute sagen, es war interessant.“

>Infos: www.schleuseninfo.de

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erstellt am 02.Jun.2016 | 05:29 Uhr

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