„Starkes Bekenntnis zur Region“

Die Itzehoer Versicherungen planen einen weiteren Neubau für 200 Mitarbeiter / Investitionssumme: 25 Millionen Euro

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26. März 2018, 18:31 Uhr

Erst vor drei Jahren haben die Itzehoer Versicherungen das Konferenzzentrum an ihrem Hauptsitz eröffnet. Nun ist der nächste Neubau in Planung, 2020 soll es losgehen. „Wir platzen de facto aus allen Nähten“, sagte Uwe Ludka. Woran das liegt, erläuterte der Vorstandsvorsitzende gestern bei der Vorstellung der Bilanz 2017.

Diese ergab einen Gewinn von 15,2 Millionen Euro – das zweitbeste Ergebnis der Firmengeschichte, aber auch nur deshalb, weil im Jahr 2014 Sondereffekte einflossen. Eine „sehr, sehr gute Zahl“ nannte Ludka auch das Beitragsplus von 5,2 Prozent, rund das Dreifache des Durchschnitts in der Branche. Auch bei den Lebensversicherungen gab es ein Plus, während bundesweit das Beitragsaufkommen leicht sank. „Wir schaffen es, durch unsere Kundennähe vor Ort über dem Markt zu wachsen“, so der Vorstandsvorsitzende.

Haupttreiber ist dabei nach wie vor die Kraftfahrzeugsparte: Der Marktanteil werde kontinuierlich ausgebaut und habe sich seit dem Jahrtausendwechsel auf 1,4 Prozent verdoppelt. Neben dem Netz der Vertrauensleute im Norden tragen dazu der bundesweite Maklervertrieb und im Direktversicherungsgeschäft die Kölner Tochter AdmiralDirekt.de bei.

Das „zweite große Standbein“, so Ludka, bauen die Itzehoer mit der Sparte Rechtsschutzversicherung auf. Im Sommer soll die Übernahme dieses Bereichs von der Alten Leipziger abgeschlossen sein, die Sachbearbeitung bleibt in München, zentrale Funktionen wie Rechnungswesen werden in Itzehoe angesiedelt. 53 000 Verträge hatte die Itzehoer bisher in dieser Sparte, knapp 300 000 kommen hinzu und schrauben die Zahl der Kunden auf deutlich mehr als eine Million.

Weitere Übernahmen sind nicht ausgeschlossen: „Es ist enorm viel Bewegung im Markt“, sagte Vorstand Frank Diegel. So gebe es hinter der Itzehoer auf Platz 20 der Kfz-Versicherer 80 kleinere Unternehmen in Deutschland, sagte Kollege Frank Thomsen. Ziel der Itzehoer sei es, autark zu bleiben – ein dank des Jahresgewinns auf mehr als 200 Millionen Euro aufgestocktes Eigenkapital bietet sehr gute Voraussetzungen.

Und es hilft bei der Planung des Neubaus. Knapp 700 Mitarbeiter hatte der Konzern 2017, mit den Zugängen von der Alten Leipziger und Neueinstellungen – jährlich werden laut Ludka zehn neue Angestellte benötigt – schnellt die Zahl auf 785 hoch. Zudem werden Innendienst-Arbeitsplätze aus Kronshagen sukzessive nach Itzehoe verlagert, wenn die elf Mitarbeiter dort in den Ruhestand gehen.

Insgesamt 452 Menschen arbeiteten zum Jahresende am Stammsitz, aktuell fehlen bereits 20 Büro-Arbeitsplätze, erklärte der Vorstandschef. Deshalb soll die Hauptverwaltung einen sechsgeschossigen Anbau bekommen. Mit Platz für 200 Mitarbeiter soll das Gebäude einige Reserve bieten, wenn es im Jahr 2021 fertig ist. Die Investition für das „starke Bekenntnis zur Region“: rund 25 Millionen Euro.

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