zur Navigation springen

Glückstadt/Amt Horst-Herzhorn : Starke Orkanböen: Bäume umgefallen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sturmtief „Xavier“ beschert ein kurzes Unwetter mit arbeitsreichen Auswirkungen: Die Feuerwehren in Glückstadt und Umland waren vielfach im Einsatz.

von
erstellt am 06.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Es war 12.45 Uhr, als die ersten Vorboten kamen: Der Wind fegte durch die Bäume, am Glückstädter Hafen schaukelten kleine Boote heftig im Wasser. Eine Gruppe, die an einer Stadtführung teilnahm, wurde ziemlich nass. Regenschirme brachten keinen Schutz, sie klappten im heftigen Wind um. Eine halbe Stunde später stürzte der erste Baum um, dann noch weitere. Die Elbfähre stellte den Verkehr kurz vor 14 Uhr ein. Pech hatten Autofahrer, die von der letzten Fähre kamen. Ihnen versperrte ein umgekippter Baum den Weg.

Das Orkantief war von den Meteorologen als „Schnellläufer“ angekündigt worden. Für die Glückstädter Feuerwehr gab es innerhalb kurzer Zeit viel zu tun. Sieben Einsätze kamen fast zeitgleich – mit einem Vollalarm wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Ausgerüstet mit Motorsägen beseitigten die Feuerwehrleute unter anderem am Fähranleger-Zubringer den großen, quer über die Bundesstraße 495 gestürzten Baum. Für 30 Minuten ging deshalb auf dem Weg zur und von der Fähre nichts mehr. Als der Baum dann endlich von der Straße geräumt war, folgte für die im alltäglichen Stau stehenden Fährbenutzer die nächste schlechte Nachricht: Der Fährbetrieb war wegen schwerer See zwischenzeitlich eingestellt worden, weil die Fähren bei dem Wellengang nicht am Fähranleger festmachen konnten.

Am Rande der Straße Am Neuendeich war die Feuerwehr währenddessen mit der Drehleiter im Einsatz. Dort musste ein großer Baum, der auf das Dach eines Hauses gestürzt war, beseitigt werden. Diverse kleinere Einsätze wurden vom Kommunalen Service der Stadtwerke Glückstadt bewältigt. In den nächsten Tagen werden sich Manfred Bratzke und sein Team um die mindestens zwei von „Xavier“ im Stadtpark umgeworfenen Birken sowie den zahllosen Windbruch kümmern.

Mit Spannung haben etliche Glückstädter gestern die Sturmflutlage am Außenhafen beobachtet. Auch wenn die Gischt gegen 13.30 Uhr als Naturschauspiel aus der aufgewühlten Elbe über die Mole spritzte und Schlimmeres vermuten ließ, so stellte sich die Lage zwei Stunden später mit dem Hochwasser als harmlos heraus. Bei nahezu ruhiger Elbe stieg der Pegel auf rund plus 1,30 Meter über dem mittleren Tidehochwasser. Das reichte dann gerade für eine seichte Überflutung des zuvor bereits vom Ordnungsamt gesperrten Außenhafengebietes.

Die Mitarbeiter von Hafen Port waren gerüstet für den Orkan. Gearbeitet wurde in der Zeit der heftigen Böen nicht. „Der Kran ist mit einem Windmesser ausgestattet, der die Windgeschwindigkeit kontinuierlich misst“, teilt Jan Lutz, Referent der Geschäftsführung, mit. „Ab Windstärke 8 werden die Arbeiten mit dem Kran eingestellt.“ Die Radlader und Gabelstapler seien für die Auslagerung unterschiedlicher Güter allerdings weiterhin im Einsatz, die Beladung von Lastwagen mit Plane findet in der Halle statt. Die Hallentore bleiben während des starken Windes geschlossen. „Ansonsten bleiben wir gelassen, weil wir starken Wind an der norddeutschen Küste gewohnt sind.“

In Kollmar war die Feuerwehr dreimal im Einsatz. Auch dort waren Bäume umgefallen, in Bielenberg, in der großen Kirchreihe und in der Schulstraße. „Zum Glück ist nichts weiter passiert“, sagte Wehrführer Kai Schumacher nach den Einsätzen.

In der Engelbrechtschen Wildnis rückten Feuerwehrleute aus, weil am Herzhorner Rhin ein Baum umgestürzt war. Die Freiwillige Feuerwehr Borsfleth war im Ortsteil Eltersdorf ebenfalls wegen eines umgestürzten Baumes und am Ivenfleth wegen einer auseinandergebrochenen Baumkrone im Einsatz. Herzhorns Wehrführer Andreas Karsjens teilte mit, dass seine Leute ebenfalls wegen eines umgestürzten Baumes zum Obendeich ausrücken mussten.

Gegen 14.20 Uhr nahmen die Sturmböen plötzlich ab, dann schien zunächst wieder die Sonne.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen