Power-House-Projekt in Steinburg : Starke Ideen für WOA-Energie

Mit ihren Mitschülern Finn Littmann und Julian Bork hatte Vivian Franz in der Gruppe Stadtwerke Itzehoe die Bühne der Zukunft entwickelt und als Anschauungsobjekt der Jury präsentiert. Fotos: Rosenburg
1 von 2
Mit ihren Mitschülern Finn Littmann und Julian Bork hatte Vivian Franz in der Gruppe Stadtwerke Itzehoe die Bühne der Zukunft entwickelt und als Anschauungsobjekt der Jury präsentiert. Fotos: Rosenburg

Technik-Schüler des Berufsbildungszentrums Itzehoe entwickeln Vorschläge für autarke Festival-Versorgung.

von
21. Juni 2018, 12:00 Uhr

Die Herausforderung war groß. 19 junge Frauen und Männer des Regionalen Berufsbildungszentrums (RBZ) hatten in sechs Gruppen das Ziel, ein energieautarkes Wacken Open Air zu schaffen. Im Rahmen des Power-House-Projekts, das zum sechsten Mal gemeinsam von RBZ, Innovationszentrum (Izet) und Unternehmen der Region veranstaltet wurde, sollten zukunftsweisende energietechnische Lösungen erarbeitet werden. Dabei überzeugte das Team Scheel die Juroren mit Solarparkplätzen und insbesondere einem speziellen Schuh, der über ein eingebautes Modul beim Laufen Strom erzeugt. Ein innovativer Vorschlag unter dem Motto: Strom auf leisen Sohlen.

In Zusammenarbeit mit Mentoren der beteiligten Firmen AC Planergruppe, Scheel Haustechnik, Stadtwerke Steinburg, Prokon, Vaillant und Hans Otte setzten sie sich knapp vier Monate intensiv damit auseinander, wie das weltgrößte Festival in Wacken durch regenerative Energien versorgt werden könnte. Ihre Ergebnisse stellten sie nun vor – die drei Besten wurden ausgezeichnet. Dabei fiel den Juroren die Entscheidung nicht leicht, denn: „Die technische Ausarbeitung ist sehr gut gelungen“, lobte Lehrer Jens Stüdemann die Schüler. Er begleitet mit seiner Kollegin Ulrike Reeschke das Projekt von RBZ-Seite. Die Schüler hätten durch die Visionswerkstatt Power-House viele Kompetenzen erworben. „Das wäre ohne die Mentoren nicht machbar gewesen“, fügte Stüdemann hinzu. Deren Bereitschaft, mit den Schülern an Visionen, mit Solar-, Windenergie, Biomasse und/oder Erdwärme das Objekt energetisch zu versorgen, zu tüfteln, könne gar nicht hoch genug bewertet werden.

Auch Izet-Geschäftsführer Ralf Thiericke war von dem Engagement der Schüler begeistert: „Das ist eine wahnsinnige Leistung, die ihr heute hier abgeliefert habt.“ Er bedauerte ebenso wie Jens Stüdemann, dass vom WOA-Veranstalter ICS niemand zur Präsentation gekommen war – schon bei der Auftaktveranstaltung hatte kein WOA-Vertreter kommen können. Aber während der Projektphase habe man viel Unterstützung erfahren, fügte Jens Stüdemann hinzu. Bei der Preisverleihung hätten sie beachtliche Ergebnisse erleben können. Thiericke lobte die ernsthafte und intensive Arbeit für das Projekt. „Jeder hatte irgendwie etwas Besonderes“, unterstrich er. Die Präsentationen hätten „schon eine ganz schön hohe Qualität“ gezeigt. Jede Idee für sich habe ihn als einer der Juroren mitgenommen. „Eigentlich gab es keine Ausreißer nach unten. Keine Gruppe war schlecht“, meinte er hinsichtlich des Niveaus.

Mit den Solarparkplätzen und dem Solepower, der Energiegewinnung per Schuh, stand schließlich die Gruppe Scheel Haustechnik mit Rayk Michallek, Lauritz Offe, Timon Delfs und Hanna Brückner auf Platz eins. „Das war eine ganz tolle Truppe“, betonte ihr Mentor Joachim Scheel. Er war begeistert von deren Ideen. Einen Schuh als Energiegewinner zu nutzen, war ganz früh dabei, aber zwischendurch sogar wieder verworfen worden. Das Engagement sei beeindruckend gewesen, so in der Form habe er das noch nicht erlebt.

Das Projekt habe ihnen Spaß gemacht, auch wenn es erstmal viel Arbeit bedeutet habe. „Aber wir haben uns gut ergänzt“, erzählte Lauritz Offe über die reibungslose Zusammenarbeit in seiner Gruppe. Insgesamt habe es weniger Stress gegeben als zunächst gedacht. Einmal die Woche hatten sie sich getroffen, um an ihren Ideen zu arbeiten, zweimal hatten sie ihren Mentor dafür hinzugezogen.

Den zweiten Platz belegte die Gruppe Prokon. „Mit Muskelkraft zur Energie“ war das Motto ihres Projekts: Dag Michaelis, Fin Röhr, Melina Musfeld und die Mentoren Tobias Wolf und Karen Leiste. Mit Druckplatten und Enerkite sicherten sich Ashraf Al-Mashhadani, Melvin Ott und Bennet Ottenstein als Gruppe Vaillant Deutschland (Mentor: Martin Hoven) Platz drei.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen