Modellbau : Stapellauf für ein DDR-Motorschiff

Da stimmt jedes Detail: In 500 Arbeitsstunden hat Wolfgang Wilstermann ein schwimmfähiges Modell eines DDR-Küstenmotorschiffes gebaut.
Da stimmt jedes Detail: In 500 Arbeitsstunden hat Wolfgang Wilstermann ein schwimmfähiges Modell eines DDR-Küstenmotorschiffes gebaut.

500 Arbeitsstunden hat der Beidenflether Wolfgang Wilstermann in den originalgetreuen Nachbau eines Küstenmotorschiffes aus VEB-Produktion gesteckt.

shz.de von
29. Dezember 2017, 06:31 Uhr

Rechtzeitig zu Weihnachten war das Kümo fertig. Der Beidenflether Schiff-Modell-Bauer Wolfgang Wilstermann fertigte in viermonatiger Arbeitszeit das Küstenmotorschiff sehr liebevoll an. Nach einem Gespräch im Frühjahr 2017 entstand die Idee, für seinen Bekannten Frank Jonigk, ein fahrfähiges Modellschiff vom Stapel zu lassen. Im Juli machten sich die Beidenflether auf den Weg in die Landeshauptstadt nach Kiel, hier hat die Firma Steinhagen-Modelltechnik ihren Firmensitz, ein GFK-Rumpf sowie Generalpläne, Deckspläne sowie Längsschnitt und Stauung wurden erworben.

Die Originalpläne aus dem Jahr 1957 stammen von der VEB Elbe-Werft-Boizenburg. Bei dem Kümo handelt es sich um den Schiffstyp „Kümo 500“ – dem ersten aus einer Serie der DDR-Werftindustrie. 1955 bis 1957 wurden 16 Schiffe dieses Typs gebaut und waren Grundstock der Deutsche Seereederei in Rostock. Eingesetzt wurden die Schiffe vorwiegend in der Küstenfahrt in Nord- und Ostsee.

Die erste Serie umfasste sechs Einheiten, die auf der Peenewerft Wolgast entstanden. Danach baute die Schiffsreparaturwerft Laubegat ein einzelnes sowohl in den Grunddaten als auch von der Art des Aufbaus etwas abweichendes Schiff. Die restlichen neun Einheiten stellten einen weiterentwickelten Entwurf der Elbewerft Boizenburg dar. Zwei weitere Schiffe gingen dann noch nach Albanien. Technische Daten: Länge über alles: 50,12m, Breite auf Spanten: 8,20m, Geschwindigkeit: 9 kn, Vermessung: 430 BRT. Das Schiff hatte 11 Mann Besatzung. Wolfgang Wilstermann fertigte das Modellschiff in etwa 500 Arbeitsstunden an. Fast jeden Tag war er in seiner Hobbywerkstatt einige Stunden aktiv am Basteln. Der größte Teil der gesamten Ausrüstung (90 Prozent) wurde in mühevoller Handarbeit selbst angefertigt. Im neuen Jahr soll das Schiff auf dem „Beidenflether Dorfteich“ seine erste Große Reise antreten.

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