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Wirtschaft in Brunsbüttel : Standort-Werbung an höchster Stelle

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Vom Besuch Sigmar Gabriels in Brunsbüttel erhofft sich die SPD kreisübergreifend mehr Gehör für die Sorgen des Industriegebiets

von
erstellt am 04.Jun.2016 | 08:36 Uhr

Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister in Personalunion – besser kann es kaum gehen, wenn sich die Industrieregion Brunsbüttel Gehör an vorderster Stelle in Berlin verschaffen will. Mit dem Besuch Sigmar Gabriels am 24. Juni im Elbeforum soll das gelingen. Schließlich sind die Einladenden Genossen des hochrangigen Sozialdemokraten: der SPD-Ortsverein Brunsbüttel sowie die beiden SPD-Kreisverbände Dithmarschen und Steinburg. Ziel der öffentlichen Podiumsdiskussion ist es, eindeutige Signale für den Bedarf an besserer Infrastruktur nach Berlin zu senden.

Das sei kein Wahlkampfbesuch, betont Dithmarschens SPD-Chef Michael Wolpmann. Gabriels Besuch hätte auch zu jedem anderen Zeitpunkt stattfinden können. Die Terminplanung erfolgte aus Berlin. Da muss man sich dann schon mal anpassen. Neu ist an dieser wirtschaftspolitischen Veranstaltung vor allem eins: die kreisübergreifende Zusammenarbeit. Die werde in Zukunft verstärkt, kündigte Lothar Schramm an. Der stellvertretende Steinburger Kreisvorsitzende betont: „Wir sehen die Entwicklung des Standorts Brunsbüttel als wichtig für die Westküste an.“ Unter den 4000 direkten und den etwa 12  000 indirekten Beschäftigten des ChemCoast Park seien auch viele Steinburger.

Es gehe an dem Abend, Beginn im Elbeforum ist um 18 Uhr, um Werbung für den Wirtschaftsraum, sagt Michael Wolpmann. Der Meldorfer spricht ein offenes Geheimnis aus, wenn er sagt, dass die wirtschaftliche Bedeutung Brunsbüttels immer wieder erklärt werden müsse. Und, dass es viel zu tun gebe: schwache Infrastruktur – von Stadt und Werkleitern regelmäßig kritisiert –, aber auch die Idee eines Flüssiggas-Terminals. Spätestens hier sehen die Sozialdemokraten den Bundeswirtschaftsminister in der Pflicht: Es fehlen aus Berlin konkrete Aussagen, ob ein solches Milliardenprojekt überhaupt gewollt ist. „Es ist gut, dass er sich ein eigenes Bild verschafft“, meint Lothar Schramm.

Bernd Wutkowski, stellvertretender Vorsitzender der Brunsbütteler SPD, hält diesen Besuch und eine mögliche Resonanz in Regierungskreisen für absolut wichtig, damit der Wirtschaftsstandort nicht im Dornröschenschlaf versinke. Er erinnert daran, dass es vor Jahrzehnten das Ziel gab, die Stadt durch die Industrie auf bis zu 40  000 Einwohner wachsen zu lassen. Tatsächlich sind es heute rund 13  000.

Nun soll Sigmar Gabriel nicht nur kurz einschweben, eine Rede halten und sich wieder auf den Weg machen. Deshalb wurde für den 24. Juni ein mit sieben Teilnehmern nicht ganz kleine Podiumsrunde zusammengestellt: Neben Gabriel wurden Landes-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, der Hamburger SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs, Uwe Polkaehn vom DGB-Nord, Lutz Bitomsky vom Unternehmensverband Unterelbe-Westküste, Egeb-Chefin Martina Hummel-Manzau und Frank Schnabel, Sprecher der Werkleiterrunde, eingeladen. Vor der etwa einstündigen Diskussion wird der Bundeswirtschaftsminister über „Industrie im 21. Jahrhundert – Herausforderungen und Chancen vor Ort“ sprechen. Das klingt wie für Brunsbüttel gemacht.

Wolpmann greift das auf: „Ein solches Industriegebiet würde heute nicht mehr entstehen. Umso wichtiger ist, dass man es pflegt.“

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Sigmar Gabriel, Elbeforum, Freitag, 24. Juni, 18  Uhr (Einlass: 17.30 Uhr).

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