zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 09:52 Uhr

ChemCoast Park : Standort sucht Gehör

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Werkleiterrunde des Brunsbütteler ChemCoast Parks erneuert ihre Forderungen nach Verbesserung der Infrastruktur. Bund und Land sollen endlich Maßnahmen ergreifen.

von
erstellt am 14.Feb.2014 | 12:00 Uhr

Sie lassen nicht locker: Erst im Januar stellte die Werkleiterrunde des Brunsbütteler ChemCoast Parks einen Forderungskatalog nach erheblich verbesserter Infrastruktur vor. Und auch bei der turnusmäßigen Sitzung der Runde, in der die Standort-Chefs von 19 Unternehmen zwischen Hemmingstedt und Lägerdorf vertreten sind, wurden am Mittwoch diese Forderungen bekräftigt. Es geht um Ausbau der B5 zwischen Itzehoe und Brunsbüttel, um den Weiterbau der A20 samt Elbquerung, die zweigleisige elektrifizierte Bahnanbindung des Industrieparks Brunsbüttel sowie die dringende Sanierung des Güterbahnhofs. Auch der Bau der dritten großen Schleuse gehört zu den Forderungen. Und ebenso die sichere Versorgung mit Gas.

Wenn diese bekannten Forderungen nach kurzer Zeit erneut erhoben werden, drängt sich der Verdacht auf, dass die Verantwortlichen aus Schleswig-Holsteins größtem Industriegebiet mit 4000 direkten und 12 000 indirekten Arbeitsplätzen nicht genug Gehör finden. Frank Schnabel, Sprecher der Werkleiterrunde, drückt das diplomatisch aus: „Wir wollen unseren Forderungen Nachdruck verleihen, um eine Reaktion zu erhalten.“ Schnabel nennt die B5 als Beispiel für ausstehende Antworten: „Warum hakt es mit dem Ausbau?“ Mit Günther Meienberg hatten die Werkleiter eine Schnittstelle zur Landesregierung am Tisch. Denn er ist der Brunsbüttel-Koordinator. Oder, wie Schnabel gegenüber unserer Zeitung formuliert: „Er ist das Ohr des Landes und nimmt unsere Botschaft mit.“

Dies sei gerade jetzt besonders wichtig, wo auf Bundesebene Gelder für Maßnahmen verteilt werden. Schnabel: „Wenn man sich nicht meldet, geht das in der Summe der Themen unter.“ Das dürfe nicht passieren. Denn: „Wir sind ein herausragender Standort.“ Und der bitte nicht erst jetzt um konkrete Maßnahmen.

Bürgermeister Stefan Mohrdieck unterstrich ebenfalls die Bedeutung des Industrieparks Brunsbüttel: „Die Industrie ist in der Region ein wirtschaftliches Standbein, Arbeitgeber für viele Menschen und wichtiger Steuerzahler. Auch langfristig muss der Standort gestärkt werden, deswegen steht die Stadt hinter den Forderungen der Werkleiter!“

Dass es denen nicht allein um bessere Verkehrswege geht, machte Dr. Kay Luttmann deutlich, Leiter der Sasol in Brunsbüttel und am Mittwoch Gastgeber der Runde. Luttmann betonte die Notwendigkeit einer zuverlässigen Energieversorgung. Im ChemCoast Park seien Unternehmen mit hohem Energiebedarf angesiedelt, die sich im globalen Wettbewerb und im Benchmark behaupten müssten. Die Gasversorgung sei aktuell, insbesondere im Winter, und auf Sicht der nächsten Jahre nicht ausreichend. Die Konsequenzen einer Unterbrechung der Gasversorgung wären ein Produktionsstopp und dadurch bedingte erhebliche Kosten. „Das ist nicht hinnehmbar“, sagte Luttmann und wurde deutlich: „Den Unternehmen muss eine dauerhafte Gasversorgung garantiert werden, ansonsten stellt dieses einen erheblichen Standortnachteil dar!“

Schnabel fordert Land und Bund auf, einen Umsetzungsplan für die geforderten Maßnahmen auf den Weg zu bringen. „In diesem Zusammenhang ist uns die Einbindung der Menschen aus der Region als Nachbarn und Mitarbeiter wichtig.“ Erste Ergebnisse erwartet er bereits zur nächsten Werkleiterrunde, die im April wieder zusammentreten wird.

 



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen