Standort für Flüssiggas-Terminal?

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Wirtschaftsministerium, Egeb-Wirtschaftsförderung und Brunsbüttel Ports lassen Machbarkeit prüfen / Ergebnisse im Herbst erwartet

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23. Juli 2015, 11:42 Uhr

Die Schleusenstadt als Standort eines Terminals, der mit Flüssiggas (LNG) nicht nur Schiffe bedient, sondern auch die Brunsbütteler Industrie sowie Verbraucher im Hinterland – diese Idee nimmt Fahrt auf. Gemeinsam haben jetzt das schleswig-holsteinische Wirtschaftsministerium, die Egeb-Wirtschaftsförderung und Brunsbüttel Ports ein Gutachten in Auftrag gegeben. Ergebnisse der Expertise von Fraunhofer CML in Hamburg und ILF Business Consult in München werden im Herbst erwartet.

Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer erklärte: „Mit der Vergabe dieses Gutachtens an das Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen gewinnen wir eine gute Grundlage für die weiteren Planungen für ein LNG-Terminal in Brunsbüttel. Das Ergebnis wird maßgeblich für die weiteren Schritte sein.“


Meilenstein für die Westküste


Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage nach den Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb dieses Terminals. Die Idee zu dessen Einrichtung treibt Frank Schnabel (Foto) schon länger um. Der Geschäftsführer von Brunsbüttel Ports lässt keine Gelegenheit aus, bei den Verantwortlichen in der Politik für das Vorhaben zu werben. Sogar ein Schreiben an die Bundesregierung hat er schon veranlasst. Grund für Schnabel, sich so einzusetzen: Gerade der Elbehafen bietet aus seiner Sicht die nötigen Voraussetzungen durch die Lage an Elbe und Kanal, durch das Industriegebiet, das immer wieder in den Wintermonaten Energieprobleme bekommt, wenn plötzlich weniger Erdgas zur Verfügung steht. Schließlich gibt es einen solchen Terminal, der auf mehrere 100 Millionen Euro geschätzt wird, in der Bundesrepublik noch nicht. Die angepeilte Speicherkapazität läge zwischen 200  000 und 400  000 Kubikmetern bei minus 162 Grad verflüssigtem Erdgas. Alleine stemmen könnte der zur Brunsbütteler Schrammgroup gehörende Hafenbetrieb diese Investition nicht.

Martina Hummel-Manzau, Geschäftsführerin der Egeb, sieht ebenfalls großes Potenzial für Brunsbüttel als Standort eines Flüssiggas-Terminals. „Durch eine LNG-Infrastruktur in Brunsbüttel könnte der Standort weiter gestärkt werden. Wir freuen uns auf die Ergebnisse der Studie – es könnte ein Meilenstein für die Entwicklung an der Westküste mit bundesweiter Bedeutung entstehen.“

Diese Bedeutung entstünde, weil nach Ansicht der Initiatoren der Untersuchung eine LNG-Infrastruktur in Brunsbüttel „die Möglichkeit zur Vorhaltung einer strategischen Gasreserve für Deutschland bieten und die Diversifizierung der Gasbezugsquellen vorantreiben“ könnte.

Im Vorfeld der Auftragsvergabe für ein Gutachten hatte sich auch die Stadt hinter die Idee gestellt. Einstimmig beschloss die Ratsversammlung Ende April, mit einem Schreiben an den Landtag, aber auch an Bundeswirtschaftsminister Siegmar Gabriel, für das Vorhaben zu werben. Zumindest auf Landesebene ist der Wunsch nun gehört worden.

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