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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 04:11 Uhr

Standesamt: Endspurt beim Umbau

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Aufzug zum Ständesaal fast fertig / Probleme mit Denkmalamt

von
erstellt am 18.Sep.2014 | 05:00 Uhr

Pünktlich zur nächsten Ratsversammlung am Donnerstag, 25. September, soll er fertig sein – und Jörg Klaaßen und seine Kollegen von der Firma Weser-Ems-Lifte tun alles dafür, dass der Fahrstuhl im Historischen Rathaus dann auch wirklich betriebsbereit und der Ständesaal barrierefrei erreichbar ist.

Bei den weiteren Bauarbeiten im Historischen Rathaus sieht es dagegen noch nicht so gut aus wie erhofft. In der ehemaligen Hausmeisterwohnung im Erdgeschoss bestimmen noch nackte Wände das Bild. Der Umbau zum Standesamt geriet ins Stocken, weil es Probleme mit dem Denkmalschutz gab. „Eine Vielzahl von kleinen Dingen“ habe dazu geführt, dass es nicht weiterging, erläuterte Heyo Buurman vom Bauamt in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses.

Das begann beim Klingelschild und endete bei der Farbe des Fußbodens. Lange habe man über diese gestritten, „um des lieben Friedens willens“ sei die Stadt dem Denkmalschutz schließlich entgegen gekommen. Auch bei der Rampe zum Standesamt musste eine Einigung gefunden werden, mit der alle Beteiligten zumindest zähneknirschend leben können. Über das Leitsystem für Sehbehinderte werde noch diskutiert, genau wie über die Fenster, sagte Buurman.

Das größte Problem seien jedoch die Außenwände. Diese sind leicht feucht. Die Stadt wollte das Problem mit einem Verfahren beheben, bei dem in winzige Löcher ein Mittel injiziert wird, das die Feuchtigkeit bindet und abdichtet. Das Denkmalamt bevorzugt einen speziellen Putz, der die Feuchtigkeit in der Wand einschließt, in Verbindung mit einer neuen Außendämmung. Man könne natürlich dagegen angehen, sagte Buurman. „Dann bekommen wir in zwei Jahren vielleicht Recht, aber bis dahin kann keiner weitermachen.“ Deshalb sei auch hier Kompromissbereitschaft gefragt.

Beim Aufzug wurde der Kompromiss bereits gefunden: „Wir lassen die Wand dort feucht, wie sie ist.“ Man habe sich beim Hersteller erkundigt, das schade dem Aufzug in keiner Weise.

„Ohne Denkmalschutz wären wir weiter“, bedauert auch Timo Mohr, der das Projekt im Bauamt betreut. Vieles sei für den Bauherren nicht nachvollziehbar. Doch wenigstens könne es mit dem Umbau jetzt erst einmal weitergehen.

„Es geht jetzt voran, die Arbeiten sind im Fluss“, bestätigt auch Architektin Birgitt Rohwer vom Architekten Contor. Vieles, was in Sachen Denkmalschutz bemängelt wurde, sei sicherlich dem historischen Gebäude geschuldet. Doch die Denkmalpflege sei schon immer ein sehr komplexes Thema gewesen, meint Birgitt Rohwer. „Und sie hat sich jetzt in ihrer Komplexität noch sehr entfaltet.“


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