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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 18:56 Uhr

Stammzellen-Spende mitten im Karneval

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Hohenasper Volker Eicke spendet für erkrankten Dänen

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2015 | 11:07 Uhr

Vor rund zehn Jahren ließ sich Volker Eicke typisieren. Bei einer Aktion der Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) wurde ein Spender für einen an Leukämie erkrankten Fußballkameraden gesucht. Dieser benötigte dringend eine Stammzellentransplantation. Damals konnte der Landwirt aus Hohenaspe nicht helfen, die Werte passten nicht überein. Jetzt wurde Eicke von der DKMS angeschrieben, es gab einen geeigneten Spendenempfänger.

Für Krebspatienten kann die Zerstörung des Knochenmarks durch hohe Bestrahlung oder Chemotherapie eine Chance bieten. Das blutbildende Knochenmark wird dann entweder mit eigenen oder fremden Stammzellen ersetzt. Bei fremden Stammzellen muss der Spender ein genetischer Zwilling des Patienten sein – und der muss erst einmal gefunden werden. Nur ein Drittel der Patienten, die eine Stammzellspende benötigen, findet innerhalb der Familie einen geeigneten Spender. Der Großteil benötigt einen nicht verwandten Spender.


Nach zehn Jahren gab es Post von der DKMS


Im Dezember 2014 erhielt der 38-jährige Landwirt aus Hohenaspe Post von der Knochenmarkspenderdatei. Im Briefumschlag waren unter anderem fünf Röhrchen, mit denen Volker Eicke den Hausarzt aufsuchen sollte. Mit einer Blutprobe sollte getestet werden, ob die Werte von vor zehn Jahren noch stimmten. Kurz nach Weihnachten kam eine neue Nachricht: Ein Patient mit exakt gleichen Bluteigenschaften benötigte die Stammzellen des Hohenaspers.

Volker Eicke wurde zur Vorsorgeuntersuchung gebeten, alle Kosten übernahm die DKMS. Im Januar reiste er nach Köln und wurde zwei Stunden auf Herz und Nieren getestet. Das Ergebnis: Volker Eicke ist ein kerngesunder Mann – und kam als Spender in Frage. Als der Spendetermin feststand, musste Eicke vier Tage vorher zweimal täglich ein Medikament spritzen. Ein hormonähnlicher Stoff, der die Produktion der Stammzellen anregt. Das Mittel kann zu Kopf- oder Gliederschmerz führen – der Hohenasper hatte keinerlei Probleme.

Am Sonntag, 15. Februar, reiste Volker Eicke mit seiner Frau nach Köln. Die Norddeutschen staunten nicht schlecht, was an diesem Tag dort abging. Die Karnevalshochburg war voller feiernder Menschen. Da der Hohenasper am nächsten Tag nüchtern im Cellex Zentrum für Zellgewinnung erscheinen sollte, musste er sich mit dem Feiern zurückhalten und konnte am ausgelassenen Karnevalstreiben nicht teilnehmen.


Tausende feiern, Drei spenden Blut


Am Rosenmontag fand er sich mit zwei weiteren Spenderinnen in der Praxis ein. Volker Eicke konnte es sich auf eine Liege gemütlich machen, sein Blut wurde angezapft und durch eine Maschine gepumpt. Damit wurden seine Stammzellen aus dem Blut zentrifugierte und durch eine Braunüle wieder zurück in seinen Körper beförderte. Gut fünf Stunden sollte diese Prozedur dauern, damit eine bestimmte Anzahl von Stammzellen vorhanden ist. Nach 3,5 Stunden war Volker Eicke durch, die benötigte Menge an Stammzellen war bereits aus seinem Blut gefiltert worden.

Endlich konnte das Ehepaar Eicke auch noch Karneval feiern – und ein frisch gezapftes Kölsch schmeckte den Steinburgern dann auch recht gut. Am Abreisetag telefonierte Volker Eicke noch einmal mit der DKMS, und die berichteten ihm, dass seine Stammzellen in kurzer Zeit an einen 50-jährigen Dänen übertragen werden. Falls der Spendenempfänger es möchte, wird ein Briefkontakt nach zwei Jahren ermöglicht. Mit einem guten Gefühl, das immer noch anhält, reiste das Ehepaar aus Hohenaspe wieder in die Heimat.

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