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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 07:25 Uhr

Wirtschaft : Stadtwerke übernehmen Fernwärme

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die SWB haben einen Konzessionsvertrag über 20 Jahre mit Brunsbüttel geschlossen. Das städtische Tochterunternehmen erwartet erstmals ein dickes Plus im Jahresabschluss.

von
erstellt am 27.Feb.2014 | 05:00 Uhr

Drei Jahre jung und schon mächtig auf Wachstum getrimmt: Die Stadtwerke Brunsbüttel (SWB) haben sich erfolgreich um ein weiteres Geschäftsfeld bemüht und nun das Fernwärmenetz in der Schleusenstadt übernommen.

„Wärme passt gut zu den Stadtwerken Brunsbüttel“, ist Geschäftsführer Andreas Wulff überzeugt. Möglich wurde der Zugriff auf die Dampfheizung, weil der Konzessionsvertrag mit der Eon ausgelaufen war. Diesen schrieb die Stadt neu aus, die SWB konnten letztlich das beste Angebot abgeben. Wulff betont: „Es war überhaupt keine klare Sache, dass wir das für uns entscheiden konnten.“ Einen Bonus für die städtische Tochter habe es nicht gegeben: „Wir waren da ganz normaler Bieter.“ Der Vertrag hat eine Laufzeit von 20 Jahren.

Fernwärme – das ist in Brunsbüttel noch ein sehr kleines Geschäftsfeld. Es gibt ein System, das LUV und Elbeforum mit Abwärme von der Sasol versorgt. Hier verdienen die Stadtwerke nichts, denn Sasol liefert die Heizenergie kostenlos. Verdient wird dagegen eher mit der Wärmeversorgung für die Häuser an Segelmacherstraße und der Reepschlägerstraße. „Da gibt es Endverbraucher, die ausschließlich diese Wärmeversorgung haben“, erklärt Wulff. Ein kleines Heizkraftwerk liefert die benötigte Wärme. Diesem Beispiel folgend, kann sich der SWB-Chef weitere „Wärmeinseln“ in der Stadt vorstellen. Denn: „Der Transport von Wäme ist gut machbar.“ Die Verluste bei der Durchleitung seien marginal. Ein Vorbild für dieses Konzept sind Wulff die Stadtwerke Flensburg. Die allerdings betreiben ein eigenes Kraftwerk, dessen Abwärme genutzt wird. Eine weitere Wärmeinsel ist bereits vorhanden: der Kessel im Bildungszentrum. Es sei denkbar, von dort aus weitere Verbraucher zu versorgen.

Die Kernaufgabe in diesem Jahr wird das jedoch nicht sein. Hier liegt Wulffs Augenmerk auf dem bereits übernommenen Strom- und Gasnetz. Am 30. Juni kommenden Jahres fällt die Entscheidung, ob die SWB den Status des Grundversorgers erhalten. Bis dahin muss das Unternehmen die Mehrheit der potenziellen Kunden auf sich vereinigen. Wer dann keinen anderen Versorger hat, ist automatisch Stadtwerkekunde. „Wir werden in diesem Jahr kräftig dafür trommeln“, kündigt Wulff an.

Denn die Stadtwerke sind kein Selbstzweck, sondern sollen als städtische Tochter langfristig Erträge in die Stadtkasse fließen lassen. Die Zeichen stehen bereits gut. Nach dem verlustfrei abgeschlossenen Vorjahr erwartet Andreas Wulff für 2013 eine Steigerung: Geplant ist ein Plus von 200 000 Euro. Im März sollen konkrete Zahlen vorliegen. Er sagt jedoch: „Ich glaube an ein gutes Ergebnis.“

Neben Strom, Gas und Wärme haben die SWB auch Windenergie (eine Mühle) sowie die Begleitung des schnellen Internetanschlusses in Kronprinzenkoog im Portfolio. Dort will die Breitbandnetz Südermarsch UG & Co KG die Gemeinde mit einem Glasfasernetz versorgen. Die SWB bieten in diesem Zusammenhang Strom zu Vorzugskonditionen an. Die Nachfrage lässt aber noch zu wünschen übrig, sagt Wulff. Verzetteln sich die Stadtwerke nicht mit einer Vielzahl an Geschäftsfeldern? Der Stadtwerke-Chef verneint entschieden. „Ich glaube, wir müssen uns breit aufstellen.“

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