zur Navigation springen

Glückstädter Werkstätten : Stadtschule: Abriss im nächsten Jahr

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Glückstädter Werkstätten wollen für knapp vier Millionen Euro ein neues Wohn- und Therapiehaus bauen

von
erstellt am 26.Nov.2015 | 17:48 Uhr

„Sobald wir die Baugenehmigung haben, wird die alte Stadtschule abgerissen“, erklärt Emanuel Gaenslen gegenüber unserer Zeitung. Der Leiter der Glückstädter Werkstätten rechnet im Februar mit einem positiven Bescheid. Bevor gebaut wird, wird noch ein Statiker beauftragt, ein Beweissicherungsverfahren für die umliegenden Gebäude zu machen.

3,7 Millionen Euro sollte der Neubau eines Wohn- und Therapiehauses auf dem Gelände der ehemaligen Stadtschule kosten. „Wir sind jetzt bei über vier Millionen Euro Kosten“, sagte Gaenslen jetzt im Bauausschuss, zu dem er mit seinem Architekten Klaus Lötters gekommen war. Die Kosten seien zu hoch, es müsse eingespart werden – aber nicht „an der Beeinträchtigung der Nutzung“, so Gaenslen.

Es ging um Gauben im Dach, die das Kommen der beiden Herren notwendig machte. Gauben, die der Bauherr einsparen will, um Kosten von 40 000 Euro einzusparen. Doch diese Gauben waren aus städtebaulicher Sicht Voraussetzung für eine vorangegangene Genehmigung durch den Bauausschuss. Grund war, dass der Bauherr ein anderes Dach haben will, als es die Gestaltungssatzung der Stadt vorsieht.

Trotz Einsparungen liegt das Projekt noch bei 3,85 Millionen Euro. Gaenslen machte insgesamt steigende Baupreise verantwortlich. Einige Politiker wollten sich aber dann doch nicht so schnell von der baulichen Veränderung verabschieden und handelten mit dem Bauherren einen Kompromiss aus: Ergeben die Ausschreibungen für das Therapiezentrum ein günstiges Ergebnis, das bei den ursprünglichen Kosten bleibt, so werden die Gauben doch noch eingebaut. Der Architekt sah keine planungsrechtlichen Probleme: „Die Gründung dauert eine Zeit. Bis wir bei dem Geschoss angekommen sind, haben wir auch eine Genehmigung“, erklärte Lötters dazu, dass dann eine Baugenehmigung nachgereicht werden müsste.

Jörn Ehlers (FDP) wollte dem Ansinnen des Bauherren gleich zustimmen, weil Arbeitsplätze in der Innenstadt geschaffen werden. „Es ist nachvollziehbar, dass der Rotstift angesetzt wird“, erklärte er.

Bauausschussvorsitzender Sven Wiegmann – er sitzt als bürgerliches Mitglied der Grünen im Gremium – erklärte zunächst, dass die Grünen dafür seien, er aber nicht. Bereits bei anderen Bauprojekten habe es Kompromisse gegeben, wie bei dem geplanten Hotel an der Feuerwache, führte er seine ablehnende Haltung aus. Dort werde es aber jetzt doch kein Hotel, sondern ein Wohnhaus geben. „Eine Nullnummer.“ Die Politik sei auch bei anderen Projekten von der Gestaltungssatzung abgewichen. Und zu erwarten sei dies auch bei kommenden Bauten. Dies wollte Sven Wiegmann nicht mittragen. Auch Walter Alpen (CDU) stimmte dagegen. Der Rest mit sechs Stimmen aus SPD, CDU und Piraten, stimmte dafür. Damit können die Glückstädter Werkstätten bauen, wobei der Antrag bei der Kreisbehörde bereits im Oktober abgegeben wurde.

Das neue Wohn- und Therapiezentrum soll auf einer Gesamtfläche von 1800 Quadratmetern errichtet werden. Das Grundstück hatte die Stadt an den Bauherren bereits Anfang diesen Jahres verkauft. 14 Wohnungen sind in dem Gebäude geplant sowie eine Tagesstätte für 20 Personen. Diese ist im unteren Stockwerk vorgesehen, dazu gehört ein Therapiebereich. In den beiden darüber liegenden Stockwerken entstehen auf jeder Etage sieben Wohnungen für ein oder zwei Personen sowie Gemeinschaftsräume.

Für die Stadt ist besonders eines interessant an dem Projekt: Der alte Schulgang – jetzt eine kleine Sackgasse – wird komplett geöffnet bis zum Wall hin. Damit entsteht städtebaulich eine Sichtachse zwischen dem Bahnhof und dem Kandelaber auf dem Marktplatz.

Abgerissen werden soll übrigens auch der neuere Trakt der Schule, der am Wall steht. Dieses Grundstück verbleibt im städtischen Besitz.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen