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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 17:27 Uhr

Kolumne : Stadtschreiber

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Katrin Götz und Lars Peter Ehrich blicken auf die Woche in Itzehoe.

shz.de von
erstellt am 28.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Geschmückt



Es gab ja unlängst die landespolitische Diskussion über den Begriff Heimat. Man muss ihn nicht mögen, Hauptsache, man lebt ihn. Wenn sich das dann noch wirtschaftlich auszahlt, umso besser. Womit wir bei Goldschmiedin Carolin Kröhnke wären. Sie hatte die Idee für den Stör-Ring, und er läuft „super, wir verkaufen fast täglich einen“. Es gibt ihn in unterschiedlichen Legierungen, auch als Trauring: „Schön, dass sich die Leute doch so damit identifizieren.“ Aber auch eine gestandene Geschäftsinhaberin erlebt noch Neues – in diesem Fall einen früheren Itzehoer, der nach Australien ausgewandert ist. Der sah den Ring und musste den „Gruß von der Stör“ haben. Dort, wo Itzehoe liegt, wurde ein aus Australien mitgebrachter Opal eingesetzt. „Über Hongkong geht der Ring jetzt nach Sydney“, sagt Carolin Kröhnke. Weiter ist noch keines dieser Schmuckstücke gereist. So sieht Heimatverbundenheit in ihrer schönsten Form aus.

Gewartet



Und wo wir schon bei Stör und Heimat sind: Erinnern Sie sich noch daran, was vor 70 Tagen war? Genau: Der geklaute Stahlstör vom Denkmal am Hafen ist wieder aufgetaucht. Und alle freuten sich. Letzteres hat sich bei Uwe Jens Lützen von der Gesellschaft zur Rettung des Störs inzwischen gelegt. Denn der Störstein ist immer noch nackt, der Fisch ruht beim Bauhof. Zehn Wochen – da hätten sich doch wohl ein paar Minütchen finden lassen, um das possierliche Tierchen festzuschrauben? „Hier tritt die Stadtverwaltung ein 14 Jahre sehr erfolgreich praktiziertes Ehrenamt durch Gleichgültigkeit mit Füßen“, ärgert sich Lützen. Auch Fernsehaufnahmen hätten schon abgesagt werden müssen, weil der Stein unbedingt im Bild sein sollte. Sogar ein unterschwelliges Signal an den Dieb sieht er: „Naja, hättest du auch behalten können.“ Also, jetzt mal Butter bei die Fische. „Natürlich kommt der Stör wieder auf den Stein“, betont Heinz-Rüdiger George, Leiter der Umweltabteilung im Rathaus. Der Bauhof habe das auf dem Zettel, nur leider sei er bis zur Halskrause voll mit Aufträgen. Gerade seien die Mitarbeiter zum Beispiel mit der Treppensanierung am Rathaus beschäftigt. „Da geht es um Verkehrssicherheit.“ Aber innerhalb der nächsten 14 Tage sei der Stör wieder an seinem Platz – versprochen. Und wetten, dass wir wissen, wer die Einlösung dieses Versprechens täglich überprüfen wird...?

Gesungen



Jeden Monat ist die Wandergruppe der Itzehoer Postsenioren unterwegs. „Weil wir alle schon etwas älter sind, sind das oft nur noch Spaziergänge“, sagt einer von ihnen. Und danach lockt die Kaffeetafel, so wie zuletzt am See in Weddelbrook. Sind die Stimmbänder geölt, werden traditionell ein paar Volkslieder gesungen. Die Wirtin stimmte zu, wenn denn die anderen Gäste nichts dagegen hätten – kluge Frau. Grünes Licht, die Postler sangen. Dann kam die Frau vom Nebentisch, fragte, ob sie auch etwas vorsingen dürfe und ließ „Ich bin die Christel von der Post“ hören, „und zwar mit einer wunderbaren Stimme“. Die Postler wollten eine Zugabe, der Mann kam dazu: „Lippen schweigen, es flüstern Geigen.“ Auflösung: Beide waren Opernsänger auf Urlaub. Gesang vom Nebentisch – so etwas kann im Ausflugslokal auch schlimmer ausgehen.

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