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Norddeutsche Rundschau

18. Dezember 2017 | 20:01 Uhr

Kolumne : Stadtschreiber

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Katrin Götz und Lars Peter Ehrich blicken auf die Woche zurück.

von
erstellt am 21.Sep.2013 | 11:45 Uhr

Geschlechter



Liebe Leserinnen und Leser, liebe Kinderinnen und Kinder, seit der Kommunalwahl sitzen teilweise neue PolitikerInnen in den städtischen Greminnen... äh, Gremien. Und mit ihnen hält ein neuer Stil Einzug – Sie wissen schon, Gender Mainstreaming und so, also die Gleichstellung von Frauen und Männern. Das unterstützen wir als Betroffene natürlich ausdrücklich. Und dass, wie von Eva Gruitrooy (Grüne) angeregt, der Begriff „Ratsherrin“, überdacht werden sollte, steht außer Zweifel. Ob die von ihr im Schulausschuss einberufene „EinwohnerInnenfragestunde“ allerdings die Frauen, die Stadt oder wenigstens die Gleichstellung rettet, darf man hinterfragen, und frau darf das natürlich auch. Den Ausschuss selbst hat deren – nennen wir es liebevoll „dynamischer“ – Verlauf jedenfalls nicht gerade gerettet. Und dass der durchaus berechtigte Hinweis eines männlichen Politikers darauf sogleich als Belehrung aufgefasst wurde, sagt womöglich mehr über den Stand der Gleichstellung aus als noch so viele Innen.

Gerüchte



Völlig geschlechterneutral waberte in dieser Woche dagegen ein Gerücht durch die Stadt: Hertie sei verkauft, hieß es – mal wieder – und selbst Käufer, Nutzung und Kaufpreis wurden gleich mitgeliefert. Doch wie es mit Gerüchten so ist... sie stimmen nicht immer. Trotzdem fragte Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen vorsichtshalber den, der es wissen muss – den Interessenten. Ergebnis: „Er arbeitet mit Hochdruck daran, aber es wird noch ein paar Wochen dauern.“ Ein anderer Vorgang, der jüngst in der Immobilien-Zeitung in Zusammenhang mit Hertie aufgegriffen wurde, ist dagegen nicht nur Wochen, sondern sogar schon Jahre her: Itzehoe sei eine der Städte, die Kaufland abgewiesen habe, hieß es. Und das konnte, wer denn unbedingt wollte, schlimmstenfalls so verstehen, dass Kaufland Hertie kaufen oder die Innenstadt beleben wollte, aber nicht durfte. „Kaufland hatte kein Interesse an der Hertie-Immobilie“, betont Koeppen. Vielmehr habe es sich mit einem „großflächigen, kaufhausähnlichen Markt“ in unmittelbarer Nähe der Innenstadt ansiedeln wollen. „Das hätte der Innenstadt massiv geschadet“, weiß Koeppen. Schließlich umfasse das Kaufland-Sortiment vieles von dem, was auch im Einzelhandel in der Fußgängerzone angeboten werde. Also habe man der Firma klar gemacht, „dass wir die Innenstadt in Schutz nehmen müssen und sie nicht weiter schwächen dürfen“. Daraufhin habe sie sich nicht mehr gemeldet. Ein Schicksal, das künftige falsche Gerüchte leider nicht ereilen wird.

Glückssache



Die neue Software für die Telefone im Rathaus stammt eher nicht aus der Innenstadt – zum Glück, so ist dort auch niemand schuld. Denn seit der Umstellung ist die Kommunikation nach außen für die Verwaltung ein Quell steter Freude. Es habe „einfach nur“ ein Austausch sein sollen, doch Probleme gibt es immer noch, bestätigt Stadt-Sprecher Frank-Dieter Simon. Teils funktionieren die Faxgeräte nicht, Telefongespräche sind zuweilen auch Glückssache, die Vorzimmerdame des Bürgermeisters muss schon mal auf das Chef-Telefon ausweichen. Verblüffend auch streckenweise die Ansagen der Anrufbeantworter – auf Englisch. „Der Teufel steckt im Detail“, sagt Simon. Das immerhin gilt nicht für die Uhr am Giebel des Historischen Rathauses, denn dort müsse eher das gesamte Uhrwerk ausgetauscht werden. Bis dahin bleibt es 18.15 Uhr. Und bitte nicht im Rathaus anrufen, um die richtige Zeit zu erfragen.

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