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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 03:11 Uhr

Kolumne : Stadtschreiber

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Katrin Götz und Lars Peter Ehrich blicken auf die Woche zurück.

von
erstellt am 23.Aug.2013 | 16:47 Uhr

Durchgehalten



Die Stadt hat ja so ihre Exportschlager: Pumpen, Mikrosystemtechnik, Diskussionskultur, um nur einige zu nennen. Aber hätten Sie gedacht, dass die Theaterdirektorin dazu gehört? Nun, so ist es: Ulrike Schanko wurde als Theater-Sachverständige in die Kommission gebeten, die eine neue Intendanz für das Landestheater Burghofbühne im nordrhein-westfälischen Dinslaken sucht. Kommende Woche sind Vorstellungsgespräche, und Ulrike Schanko weiß noch genau, was sie als Kandidatin vor solchen Auswahljurys dachte: „Oh Gott, wieder so ein Fossil! Jetzt bin ich da selbst so ein Fossil...“ Da böte sich jetzt eine uncharmante Überleitung zum nächsten Thema an, aber lieber nicht: Gestern vor 30 Jahren begann die Theaterdirektorin ihre Karriere an der Bühne, und zwar als Dramaturgie-Assistentin in Münster. Ein „Riesenhaus“, alles neu, viel Durcheinander: Ulrike Schanko wollte nicht wiederkommen, „weil ich dachte: ‚Das schaffst du nie‘.“ Sie blieb – und wir gratulieren zu ihrem Durchhaltevermögen bis zum aktuellen unangefochtenen Höhepunkt der Karriere.

Durchgeknallt



Was scheinbar ganz normale Menschen so zu Hause veranstalten – manchmal will man es nicht wissen, manchmal ist es faszinierend, wenn es denn herauskommt. Sehr öffentlich leben nun Steampunker aus ganz Deutschland ihre Leidenschaft aus mit der Ausstellung „Machina Nostalgica“ im Kreismuseum Prinzeßhof. Steampunker? Das bedeutet: Technik von heute im viktorianischen Design. Oder auch vermeintliche Zukunftsvisionen aus dieser Zeit. Passend dazu hatte der Itzehoer André Kahlke die Kolleginnen und Kollegen, natürlich historisch gewandet, zur Bismarcksäule gelotst. Tags darauf bereicherten sie das Museumsfest. Attraktiv und ein bisschen durchgeknallt – so wünschen wir uns Itzehoe.

Durchgebrannt



Stell dir vor, der Bundesfinanzminister kommt – und keiner hört ihn. Als Wolfgang Schäuble (CDU) in dieser Woche im Hotel Mercure zum Wahlkampf-Auftritt erschien, war der Saal gerappelt voll. Und das Mikrofon mausetot. Die ersten fünf Minuten vergingen damit, dass erst CDU-Politiker und dann Techniker hektisch versuchten, dem prominenten Gast Gehör zu verschaffen. Der nahm das gelassen, flachste gut gelaunt mit dem Publikum – und ordnete die Itzehoer Panne gleich in bundespolitische Zusammenhänge ein: „Das ist die Energiewende!“ Bleibt zu hoffen, dass auf die auch lokalpolitisch Verlass ist und sie künftig stets im rechten Moment den Mikros den Saft abdreht.

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