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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 22:14 Uhr

Bürgerrunde : Stadtplanung im Dialog

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Obere Koogstraße: Anwohner werden in die Umgestaltung des Viertels einbezogen

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2014 | 11:45 Uhr

Marode Gebäude und leer stehende Ladenflächen prägen die Koogstraße in Brunsbüttel. Eine gemütliche Einkaufsstraße im Innenstadtbereich sieht anders aus. Das weiß auch Bürgermeister Stefan Mohrdiek. „Städte verändern sich ständig und müssen sich anpassen“, sagt er und fügt an: „Insbesondere, wenn wir leere Schaufenster sehen“.

Sollte die Koogstraße bis zur blauen Brücke vielleicht besser ein reiner Geschäftsbereich sein und die Brunsbüttlerstraße dafür ein Wohngebiet ohne laute Betriebe? Das fragen sich einige Anwohner. Andere hingegen sind besorgt. So wie Gustav Wolter, der in der Brunsbüttlerstraße eine Tischlerei betreibt, die dann als „störendes Gewerbe“ umgesiedelt werden müsste.

Über diese und ähnliche Anliegersorgen kamen der Bürgermeister, Bauamtsleiterin Astrid Gasse, die Projektverantwortlichen für das Leitprojekt „Innenentwicklung“ Annette Quast (polis aktiv) und Stadtplaner Peter Kranzhoff am Montagabend mit den betroffenen Anwohnern ins Gespräch.

Noch sind die Pinnwände mäßig gefüllt, auf denen die Städteplaner die Ideen aus dem Plenum zusammentragen. Sie haben die obere Koogstraße und die Brunsbüttlerstraße im Blick. Auch die Lange Reihe und die Strufestraße direkt an der Braake, wo laut den Anwohnern das Unkraut wuchert und das Ufer schlecht befestigt ist, stehen im Visier der Stadtentwickler. „Wo drückt der Schuh?“, das wollen sie von den Anliegern wissen.

Die Anlieger stehen im Mittelpunkt an diesem Abend. Doch ihre Befürchtungen sind groß. Erinnerungen an frühere Stadtplanungsmaßnahmen liegen im Raum. Ein Anwohner erinnert an 1973: „Wir sollten uns, wenn wir etwas verändern wollten, an das Neubaugebiet anpassen“, ärgert er sich. Und äußert Unverständnis über die Absurdität einer solchen baulichen Vorgabe.

Rund 30 Jahre später geht die Stadt einen anderen Weg. Nun werden die Bürger gefragt. Sie sollen direkt mit ihren Ideen in die Entwicklung eines neuen städtebaulichen Rahmenplans mit einbezogen werden, der das Viertel als Wohn- und Einkaufsbereich wieder attraktiver machen soll. „Wir wollen das mit ihnen zusammen entwickeln. Wir wollen nicht als Stadt von oben etwas vorschreiben“, betont Astrid Gasse.

Die „Planung im Dialog“ wird mit einer Befragung der Eigentümer weitergehen. Dann kommen die Stadtplaner mit einem Fragebogen für etwa 30 Minuten bei den Anwohnern vorbei. Die Fragebogenaktion beginnt am Montag und läuft bis Januar. Roswita Rickerts aus der Brunsbüttlerstraße ging gleich im Anschluss auf Bürgermeister Mohrdiek zu. Sie wird als eine der ersten Anwohner an der Befragung teilnehmen.

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