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Norddeutsche Rundschau

16. August 2017 | 15:37 Uhr

Stadtmuseum mit zündenden Ideen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Glückstadt feiert in diesem Jahr 400-jähriges Bestehen. Dabei steht naturgemäß die Geschichte der Elbestadt im Vordergrund. Und wo kann man der Geschichte eines Ortes am besten nachspüren? Na klar, im Museum. So verwundert es nicht, dass sich auch das Detlefsen-Museum im Brockdorff-Palais am Fleth schon eifrig auf die Jubiläumsfeierlichkeiten vorbereitet. Genau genommen stecken Museumsleiter Christian Boldt und sein Team schon mittendrin. Denn die erste große Ausstellung des Jahres lief bereits Mitte Januar an. Noch bis zum 2. Mai steht dabei der Maler und Grafiker Max Kahlke im Mittelpunkt. Doch das ist nur der Auftakt zu einer ganzen Reihe von sehenswerten Sonderschauen, die in diesem Jahr noch folgen werden.

Seit 2016 ist Boldt Chef des Glückstädter Museums – und gleich im zweiten Jahr hat er ein thematisch so breit gefächertes Programm wie noch nie zu verantworten. Ein Umstand, der nicht nur der 400-Jahr-Feier geschuldet ist, sondern auch einem neuen Konzept. Erst seit kurzem können die Dauerausstellung und die Sonderschauen um so genannte Studio-Ausstellungen ergänzt werden. Im „Studio“, einem rund 35 Quadratmeter großen Raum, der ehemals als Lagerstätte diente, sollen zukünftig kleinere Ausstellungen zu sehen sein. Dabei sollen auch die historischen Vereine der Region vermehrt mit ins sprichwörtliche Boot geholt werden.

Boldt, der mit einer halben Stelle das Museum leitet, hofft, auf diese Weise den Spagat zwischen begrenzter Arbeitszeit und der Sehnsucht nach mehr Programm realisieren zu können. Wobei er zugibt, „dass das kleine Studio kaum weniger Arbeit macht als die großen Ausstellungen“. Denn neben Organisation und Aufbau würde auch stets ein umfangreicher Katalog die Schauen begleiten. Von Ende Mai bis Mitte August wird sich im Studio thematisch alles um die Glückstädter Matjeswoche drehen. Die feiert in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag. Und da sie seit Jahr und Tag ein Highlight im heimischen Terminkalender ist, darf eine geschichtliche Rückschau natürlich nicht fehlen. Ab dem 3. September folgt eine Ausstellung zur Geschichte der ehemaligen Marinekaserne. Beleuchtet wird dabei der Zeitraum von 1936 bis 2004.

Parallel finden die „großen“ Ausstellungen statt. Am 26. März steht die Eröffnung der Sonderschau „Die Geschichte der jüdischen Gemeinde“ auf dem Programm, die von der Stadt finanziell unterstützt wird und zu ihrem offiziellen Jubiläumsprogramm gehört. Zwei Bereiche bilden dabei die Themenschwerpunkte. Zum einen die geschichtliche Aufarbeitung, zum anderen der jüdische Friedhof in Glückstadt, der seit fast 400 Jahren besteht. Vorbereitet wird die Ausstellung von Christian Boldt und Kay Blohm, der tief in die zuweilen arg dünne Quellenlage eingetaucht ist. Auch ein Rahmenprogramm gibt es. So werden am 4. März sefardische Lieder der Gruppe „Zimt“ erklingen. Auch Führungen über die jüdischen Friedhöfe in Glückstadt und Altona sind in Planung. Genau wie zwei bis drei Vorträge im Detlefsen-Museum.

Die zweite große Sonderausstellung wird sich der Geschichte der Freimaurer in Schleswig-Holstein widmen. Im Mittelpunkt steht dabei die Glückstädter Loge „Wilhelm zum gekrönten Anker“, die ihren Sitz im benachbarten Krempe hat, und die in diesem Jahr ihren 150. Geburtstag feiert. Alles in allem also ein wahrlich jubiläumswürdiges Programm, das sich das Glückstädter Museum vorgenommen hat. Doch Leiter Christian Boldt ist bei all der Zeit, die in die Vorbereitung investiert werden muss, der Spaß an der Arbeit nicht verloren gegangen. „Es ist doch schön, dass wir so viel anbieten können“, sagt er. Und Überstunden würde er sich als Chef des Hauses sowieso nicht gutschreiben.


>Infos über das Museum im Internet:

www.detlefsen-museum.de

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erstellt am 09.Feb.2017 | 17:26 Uhr

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