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Sozialausschuss : Stadtbücherei: Politiker heben die Gebühren an

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Wilsteraner Politiker haben eine moderate Erhöhung der Benutzungsgebühren beschlossen. Ausnahme: Jugendliche werden von der Steigerung ausgenommen.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2013 | 05:00 Uhr

Sechs Jahre lang waren die Gebühren für die Stadtbücherei im Rathaus der Stadt Wilster unverändert. Jetzt sollen sie mit Beginn des Jahres 2014 moderat erhöht werden. Das hat der Sozialausschuss einstimmig beschlossen, sich aber im Gegensatz zum Vorschlag der Verwaltung für eine weniger starke Anhebung der Nutzungsgebühren entschieden. Insbesondere für Kinder und Jugendliche bleibt es bei den alten Preisen.

„Wir sind hier autark und können entscheiden, was wir wollen“, stellte CDU-Fraktionschef Mark Dethlefs zu Beginn der Debatte fest. Seine Fraktionskollegin Dörthe Urlaub hatte die vorgesehene Gebührenerhöhung pro Jahr für Jugendliche bis 17 Jahre von bisher sechs auf dann acht Euro kritisiert und angeregt, es bei unverändert sechs Euro zu belassen. „Mit einer Anhebung könnten wir die jungen Leser verschrecken“, gab Dörthe Urlaub zu bedenken.

Auch SPD-Ratsherr Horst Langer machte deutlich, dass es bei den von der Verwaltung vorgeschlagenen Gebührensätzen „viele Einzelposten gibt, über deren Sinnhaftigkeit man durchaus nachdenken könnte“. Andererseits räumte er ein, dass man auch mit höheren Gebühren niemals zu einer Kostendeckung der Bücherei kommen könne. Er freue sich deshalb, dass alle am Tisch die Bücherei erhalten wollen. Auch die Ausschussvorsitzende Ann-Christin Martensen (SPD) bestätigte: „Die Stadtbücherei wird immer defizitär bleiben.“

Maren Hayenga (Foto, CDU) folgte dem Vorschlag der Verwaltung, die Jahresgebühr für Erwachsene von 12 auf 16 Euro anzuheben. Ralf Maron (CDU) regte andererseits an, mit dem Preisvorteil einer Familienkarte den Anreiz für eine Nutzung der Stadtbücherei attraktiver zu machen. Er schlug deshalb vor, diese Gebühr nicht von 15 auf 20 Euro, sondern nur auf 18 Euro zu erhöhen.

Am Ende wurde die neue Gebührensatzung mit den im Ausschuss erarbeiteten Änderungen einstimmig beschlossen. Das letzte Wort hat die Ratsversammlung. Die Jahresgebühr wird ab 2014 für Jugendliche sechs Euro, für Erwachsene 16 statt 12 Euro und für die Familienkarte 18 Euro statt bisher 15 Euro betragen. Gastleser zahlen für eine vierwöchige Ausleihe einen Euro statt bisher 50 Cent. Ebenso steigt die Vormerkgebühr pro Medium von 50 Cent auf einen Euro. Gleichfalls sollen die Gebühren bei Überschreitungen der Ausleihfristen sowie die Mahngebühren fast durchweg verdoppelt werden.

Schon 2011 hatte das Gemeindeprüfungsamt des Kreises Steinburg bei seiner Fehlbedarfsprüfung zum wiederholten Male empfohlen, die Nutzungsgebühren für die Stadtbücherei zu erhöhen, um das Defizit zu verringern. Durch die personelle Reduzierung der Büchereileitung von bisher zwei auf nur noch eine Mitarbeiterin konnten die Personalkosten um rund 8000 auf jetzt knapp 21 000 Euro abgebaut werden. Das Defizit verringerte sich gleichzeitig von 26 000 auf 19 000 Euro. Die Einnahmen durch Lesegebühren und Spenden schlagen ohnehin nur mit gut 2000 Euro zu Buche.

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