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Förderprogramm ITI : Stadt will Westküstengelder anzapfen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Entwicklungswettbewerb ITI: Brunsbüttel steuert Förderung einer nachhaltigen Stadtentwicklung an.

von
erstellt am 10.Feb.2015 | 17:00 Uhr

Ein 30 Millionen Euro starkes Förderprogramm für die Westküste hat die Landesregierung Ende vorigen Jahres aufgelegt. Damit soll die Region von Nordfriesland über Dithmarschen bis Steinburg gestärkt werden. Brunsbüttel ist mittendrin und möchte von den Fördertöpfen Gelder bekommen. Doch so einfach, wie es sich anhört, sei es diesmal nicht, sagt Bürgermeister Stefan Mohrdieck. Denn gefördert werde nicht nach dem Gießkannenprinzip. Vielmehr müssten sich realisierbare Ideen dem Wettbewerb stellen. Wer sich mit seinen Projekten durchsetzt, hat die Aussicht auf Förderung. Insgesamt 202 Vorhaben, so Mohrdieck, sind inzwischen entlang der Westküste ins Gespräch gebracht worden.

Die große Überschrift lautet: Integrierte Territoriale Investitionen „Tourismus- und Energiekompetenzregion Westküste“ (kurz: ITI Westküste). „Uns ist dazu auf die Schnelle nichts eingefallen“, gibt der Brunsbütteler Verwaltungs-Chef zu.

Dabei gebe es durchaus Ideen, sagt Mohrdieck, etwa den Seglerhafen zum Null-Energie-Hafen auszubauen. Oder so genanntes Brachflächenrecycling: „Durch den neuen Deich beim Alten Hafen haben wir einen Mini-Koog bekommen. Diese Fläche könnte entwickelt werden.“ Das heißt, dort ist sogar Bebauung denkbar. Brunsbüttel strebt aber einen anderen Weg an, um Fördergelder von ITI zu bekommen. Itzehoe habe sich ein eigenes Dach geschaffen, berichtet der Bürgermeister, darunter könnte sich im ersten Wettbewerbsschritt auch die Schleusenstadt wiederfinden. Denn es gibt für nachhaltige Stadtentwicklung bei ITI einen eigenen Topf über fünf Millionen Euro. Brunsbüttel werde nun das Gespräch mit der Steinburger Kreisstadt suchen. Das bedeute nicht, dass beide Kommunen dann langfristig ein gemeinsames Vorhaben verfolgen müssen. Lediglich die erste Wettbewerbshürde müsse genommen werden. Mordieck weiß: „Es wird am Ende ganz viele Förderkulissen geben.“ Am Anfang stehe das Formulieren möglichst realistischer Ideen. „Die müssen so interessant sein, dass man weitermachen darf.“

Was ihn an dem ganzen Verfahren stört, ist eine gewisse Unübersichtlichkeit. „Wir müssen uns in einem Wettbewerb durchsetzen, dessen Regeln wir noch nicht genau kennen.“ Vor allem muss die Stadtverwaltung die Brunsbütteler Teilnahme an ITI neben dem Tagesgeschäft entwickeln. „Das ist eigentlich gar nicht machbar.“ Kein Wunder, dass Stefan Mohrdieck die Tage zählt, bis wieder ein Stadtmanager an Bord ist. Der werde sich dann, wie zuvor auch Torsten Lange, um derartige Dinge kümmern. Vom Zeitdruck befreit es den Bürgermeister zunächst nicht. Bis 31. März müssen die Wettbewerbsbeiträge beim Kieler Wirtschaftsministerium eingereicht werden. Die dann ausgewählten Wettbewerbsbeiträge haben die Chance, mit jeweils bis zu 25  000 Euro gefördert zu werden, um die Projekte weiter zu entwickeln. Finanziert werden dann etwa Machbarkeitsstudien und andere Gutachten.

Begleitet wird Brunsbüttel auf dem Weg dahin von so genannten Scouts der in Itzehoe ansässigen Projektgesellschaft Norderelbe. Die ist zuständig für das gesamte Wettbewerbsgebiet zwischen Horst und List.

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