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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2017 | 09:21 Uhr

Umwelt : Stadt will keine Problembäume

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Stadt pflegt die Bäume an Straßen und Grünanlagen das ganze Jahr über und kennt jeden einzelnen von ihnen

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2015 | 04:48 Uhr

Sie kennt jeden Baum in der Stadt. „Na, zumindest fast jeden“, sagt Regina Haarländer aus der Umweltabteilung der Stadt. Sie betreut seit Jahren die Straßenbäume und die Pflanzungen in den Grünanlagen – rund 10  000 sind es. Und Haarländer weiß das so genau, weil jeder Baum eine Nummer hat und in einem extra angefertigten Baumkataster verzeichnet ist. „So können wir immer verfolgen, wie sich ein Baum entwickelt.“

Haarländer sitzt im Holzzimmer des Rathauses und schaut auf die Bäume, die vor dem Fenster stehen. In diesen Tagen ist die zweiköpfige Baumpflegekolonne des Bauhofes wieder unterwegs, um in der ganzen Stadt aufzuräumen. Die Männer lichten aus, und sie fällen alte oder tote Bäumen. „Dabei geht es besonders um die Beseitigung von Gefahrenpotentialen für die öffentliche Sicherheit“, sagt Haarländers Chef Heinz-Rüdiger George, der die Umweltabteilung leitet. Rund 50 Bäume werden fallen, im kommenden Frühjahr aber dafür 70 nachgepflanzt.

Die Baumpflegekolonne ist das ganze Jahr über unterwegs. Im Sommer lichten die Männer, die Kronen der Bäume aus und wässern die Pflanzen. Dazu kommen Pflegeschnitte, damit die Durchfahrthöhe bestehen bleiben. „So ein Straßenbaum steht unter Stress, der muss besonders gepflegt werden“, sagt George.

Manchem Baum sehe man es als Laie nicht an, dass er krank sei. „Der kann oben noch blühen, dabei sind die Wurzeln schon nicht mehr tragend“, sagt Haarländer. Es helfen nur regelmäßige Kontrollen, alle paar Jahre wird jeder Baum geprüft. „Viele Menschen wissen nicht, wie viel Mühe es macht, die Stadt sicher zu halten“, sagt Haarländer.

Vor allem Eichen, Linden, Birken und Ahornbäume stehen an Itzehoes Straßen. „Irgendwann wollte man mal wissen, was man da genau hat“, sagt George zur Entstehungsgeschichte des Baumkatasters. Infrarot-Luftbilder wurden angefertigt, sie werden immer wieder ergänzt, so dass das Kataster aktuell bleibt. Und wenn es Tiefbauarbeiten in der Stadt gibt, ruft das Regina Haarländer auf den Plan. „Tiefbauer gehen ja in der Regel etwas rabiater vor.“ Doch Haarländer sagt ihnen, wie und wo sie graben müssen. „Es kann auch mal sein, dass sie den Bagger in die Ecke stellen und per Hand ausschachten müssen, damit die Wurzeln eines Baums nicht beschädigt werden“, sagt Haarländer. „Denn wenn der dort erstmal beschädigt ist, dann haben wir einen Problembaum“, ergänzt George, der auch externe Gutachter einsetzt, um die Bäume zu prüfen. Nur im Notfall werde gefällt. Und wenn man Bäume an der Krone kappt, sei das meist eine schlechte Lösung, wie an den Linden im Dichterviertel zu sehen sei. „Da faulen die Bäume von oben und von unten“, so George.

Das gefällte Holz verkauft die Stadt. „Es geht aber nicht darum, uns die Taschen voll zu machen. Wenn wir 5000 Euro im Jahr durch den Verkauf erzielen, ist das schon viel“, sagt George. Und das Geld werde ja auch wieder für den Erhalt der Natur eingesetzt. Denn die Stadt müsse auf jeden Baum achten. „Denn da hat die Stadt ja einen Wert, den wir alle erhalten wollen.“

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