zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 15:43 Uhr

Itzehoe : Stadt soll ein Hospiz bekommen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Planungen für eine stationäre Einrichtungen gehen in die entscheidende Phase. Bei einer Auktion werden nun Bilder für den guten Zweck versteigert.

shz.de von
erstellt am 13.Mär.2015 | 04:57 Uhr

Itzehoe | Fest klammert Carsten Kock das Plakat an seine Brust. Symbolisch. Denn die Aktion Kunst tut gut(es) ist dem Moderator von Radio Schleswig-Holstein eine Herzensangelegenheit. Sonntag wird er um 14 Uhr bei der Auktion im Kulturhof den Hammer schwingen, um die Bilder prominenter Künstler für einen guten Zweck zu versteigern – bereits zum zweiten Mal veranstalten die Soroptimisten diese Aktion, die alle zwei Jahre zur Dauereinrichtung werden soll. Profitieren wird davon vor allem der Hospiz Förderverein Itzehoe.

„Wir brauchen jeden Cent“, sagt dessen Vorsitzender Rüdiger Blaschke, der selbst eine Ausbildung zum Sterbebegleiter hat. Er plant ein stationäres Hospiz in Itzehoe. „Wir haben schon konkrete Pläne und ein Gebäude im Auge, das sehr gut geeignet wäre.“ Denn bislang gibt es in Itzehoe zwar rund 25 Sterbebegleiter, die ambulante Hospizarbeit leisten. „Aber wenn jemand nicht mehr zu Hause betreut werden kann, muss er in ein Hospiz in Rendsburg oder Elmshorn“, sagt Blaschke. Das sei aber für viele Menschen nicht einfach, denn sie wollten in ihrer Heimat sterben.

Wie wichtig ein stationäres Hospiz ist, das kann Carsten Kock erklären. „Mein Schwager hatte einen Gehirntumor, er ist in einem Hospiz in meiner Heimat Niebüll gestorben.“ Kock hat ihn dort besucht, weiß um die besondere Atmosphäre. „Dort wacht man nicht auf und sieht das Blinken eines Apparates, sondern eine Kerze. Und das letzte was man hört ist eben nicht das Piepen eines medizinischen Gerätes, sondern vielleicht Musik oder ein liebes Wort.“

So ein offenes, helles Haus wünscht sich Rüdiger Blaschke für Itzehoe. Mindestens zehn Plätze solle es haben, und die ambulante Arbeit ergänzen. Die Trägerschaft könne der Verein nicht übernehmen, deshalb führt Blaschke schon Gespräche mit verschiedenen Institutionen. Wichtig ist ihm, dass der Betrieb des Hospizes dauerhaft gewährleistet ist. „Wir brauchen zwischen 60  000 und 100  000 Euro jährlich an Spenden, damit das Hospiz vernünftig arbeiten kann.“ Deswegen sei die Aktion Kunst tut gut(es) so wichtig.

„Damit unterstützt man nicht nur eine gute Sache, sondern kann auch jede Menge gute Bilder bekommen“, sagt Carsten Kock. 15 kommen unter den Hammer, dabei sind Werke von Friedel Anderson, Hinnerk Bodendieck, Jens Rusch, Feridun Zaimoglu oder Falko Behrendt. Den Erlös bekommt zu 100 Prozent der Hospizförderverein. Dazu wird es einen Kunstmarkt lokaler Aussteller geben, die einen Teil ihres Umsatzes spenden. Das Wenzel-Hablik-Museum versteigert ein Kinder Kunstprojekt, das dabei erzielte Geld fließt in die Jugendarbeit des Museums.

Noch hängen einige Bilder zur Besichtigung im Stör Carree, am Sonntag können Interessierte sie ab 12 Uhr im Kulturhof besichtigen. „Wir hoffen, dass möglichst viel Geld zusammenkommt“, sagt Carsten Kock. Dem Hospizförderverein würde es helfen, denn der Bedarf für eine stationäre Einrichtung sei da, sagt Blaschke. Rund 50 Sterbebegleitungen hätten die Ehrenamtler aus dem Verein im vergangenen Jahr absolviert. Blaschke selbst war auch mit dabei. Und bei dieser Arbeit macht der 60-Jährige sich auch Gedanken über seinen eigenen Tod und den letzten Weg: „Wenn es bei mir so kommen sollte, dass ich das brauche, dann möchte ich gern in einem Hospiz in Itzehoe sterben.“

Kunst tut gut(es) findet Sonntag, 15. März, von 12 bis 17 Uhr, im Kulturhof stat. Die Auktion beginnt um 14 Uhr. Eintritt: ein Euro. Parkplätze gibt es auch gegenüber beim Autohaus.

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen