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Nach Hallenbrand : Stadt schnürt Schülern ein Sportpaket

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Suche nach Hallenzeiten: Im Heider Rathaus sorgt Hartmut Kanzmeier nach dem Großbrand im Sportzentrum Heide-Ost für Alternativen.

Am Schulzentrum Heide-Ost türmen sich nach dem Großbrand vor einer Woche die Trümmer. Die Sporthalle der Gemeinschaftsschule liegt in Schutt und Asche. Die Halle des Gymnasiums hält sich noch, doch sie gilt als einsturzgefährdet. Fachleute untersuchen die Brandasche auf giftige Rückstände, während Bauunternehmen aus der Umgebung daran arbeiten, dass pünktlich zum Unterrichtsbeginn nach den Ferien die Heizungsanlage im Schulzentrum wieder läuft. Im Rathaus telefoniert sich derweil Hartmut Kanzmeier heiße Ohren.

Kanzmeier kümmert sich seitens der Stadt um einen Ersatz für die Hallen. Bereits eine Woche nach dem Brand hat er ein Programm zusammenstellen können, das sich sehen lässt. Sein Blick wandert über den Kalender, in dem die Hallenzeiten eingetragen sind. Ein größeres Volleyballspiel des MTV für das kommende Wochenende hat er bereits umorganisiert, für die Ferientage waren die Hallen ansonsten kaum gebucht. Doch ab Schulbeginn nach den Ferien wären die Hallen eigentlich mit Schul- und Vereinssport voll ausgelastet gewesen. Nun hört er sich nach freien Kapazitäten im Heider Umland um.

„Wir reden über einen Sportunterricht für rund 1282 Schüler verteilt auf 52 Klassen“, betont Kanzmeier. Seine Aufgabe ist es, für jede dieser Klassen 90 Minuten Schulsport pro Woche sicherzustellen. Regulär seien zweimal 45 Minuten Sportunterricht gängige Praxis, doch um den Organisationsaufwand etwas zu senken würde mit Doppelstunden geplant.

Mit seinen unzähligen Telefonaten hat er Erfolg: Die Schüler am Schulzentrum Heide-Ost erwartet nach den Ferien ein sportliches Programm und das, obwohl die Sportstätten der Bundeswehr auf dem Kasernengelände nun doch nicht als Ersatz zur Verfügung stehen. Sie werden für Unteroffizierslehrgänge benötigt.

Stattdessen hat Kanzmeier Schwimmunterricht, Tennis, Bowling und auch Hallensport für die Schüler zu einem Sportpaket zusammengeschnürt. Nordhastedt bietet dienstags, mittwochs und freitags von 8 bis 14.30 Uhr Hallenplatz an. Hemmingstedt mittwochs und donnerstags von 9 bis 16.30 Uhr. Das Gute an diesen Hallen sei, dass sie durch Trennwände abteilbar sind. So können dort zwei Klassen gleichzeitig sportlich aktiv werden. Auch das Berufsbildungszentrum hilft aus, die Halle in der Rungholtstraße kann freitags von 7.30 Uhr bis 16 Uhr von den Schulleitern der beiden Schulen in Heide-Ost mit eingeplant werden. „Wir sind im Umland toll aufgenommen worden“, freut sich Kanzmeier über die Bereitschaft der umliegenden Gemeinden, der Kreisstadt in Sachen Schulsport zur Seite zu stehen.

Darüber hinaus habe er mit dem Tennisverein und dem Betreiber der Bowlingbahn und der Heider Wasserwelt gesprochen – alles Sportstätten, die vom Schulgelände aus fußläufig zu erreichen sind. Die Tennishalle wird täglich einplanbar sein, die Bowlingbahn montags bis donnerstags, zum Schwimmen geht es mittwochs.

Die Dithmarscher Wasserwelt sei zwar normal montags und mittwochs geschlossen, doch: „Da hab ich angerufen und gefragt, ob sie mittwochs öffnen können. Das hat man sofort bejaht“, erzählt Kanzmeier. Aus den Optionen, die er herantelefoniert hat, können die Schulleiter Günter Orgis (Gemeinschaftsschule) und Gerhard Thomas (Gymnasium) nun das Sportprogramm für ihre Schüler zusammenstellen. Die Stadt als Schulträger organisiert dann den Transport. Falls noch mehr Hallenplatz benötigt würde, denkt Kanzmeier über Schützenhilfe aus Weddingstedt nach auch Reithallen oder Fitness-Studios könnten angesprochen werden. „Mein Bauchgefühl sagt, wir müssten klar kommen“, stellt er fest. Was die Schulleiter auch freuen wird: „Wir werden Container bestellen.“ Zwei Umkleidecontainer und zwei Sanitärcontainer mit Duschen kündigt Kanzmeier an.

Das Prinzip, Sportunterricht über das Schulgelände hinaus über alle städtischen und umliegenden Angebote zu organisieren, schafft Vielfalt. Ob die nun angeschobenen Kooperationen jedoch langfristig bestehen bleiben können, wird derzeit noch nicht angedacht. Man sei zunächst pragmatisch im Rahmen der Ausnahmesituation. „Im normalen Alltag reden wir über Geld“, so Kanzmeier. Sollten die Schulen diese Form des Schulsports langfristig wollen, müsse die Politik dies im Rahmen der Selbstverwaltung beschließen.

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erstellt am 18.Okt.2014 | 08:00 Uhr

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