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Norddeutsche Rundschau

17. Dezember 2017 | 00:10 Uhr

Stadt profitiert von Chemiewerken

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie blickt auf ein turbulentes Jahr zurück

von
erstellt am 25.Nov.2015 | 00:32 Uhr

Von einem turbulenten Jahr sprach Andreas Suß, Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie Energie, bei der Jahresversammlung des Ortsvereins der IG BCE in Brunsbüttel. „Auch die Tarifrunde 2015 ist turbulent verlaufen, in der Region gab es viele Strukturveränderungen und die Aktionen auf der Fähre sind an oberer Stelle wahrgenommen worden“, erinnerte Suß an eine Demo von 300 Chemiebeschäftigten auf der Fähre Ostermoor. Im März hatten sie für höhere Löhne gekämpft. Fazit des Bezirksleiters: Am größten Chemiestandort im Norden sei die Ortsgruppe ein wichtiger Partner. Das Stimmungsbild in Brunsbüttel sei stabil, trotz aller Veränderungen und Schließungen. Denn „neue Ansiedlungen sind im Gespräch“, sagte Suß. „Wir müssen den Chemiestandort Schleswig-Holstein wieder mehr in den Fokus rücken.“

Außerdem sei für eine bessere Infrastruktur der Ausbau von Nord-Ostsee-Kanal mit Schleusen und Brücken sowie die Auto- und Eisenbahn-Anbindung zwingend notwendig. Dazu hat sich ein Bündnis aus Gewerkschaften, Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammengefunden. Auch, wenn die Mitgliederzahlen stabil seien, mache der demografische Wandel vor der Gewerkschaft nicht Halt. „Die jungen Kollegen sind auch als Mitglieder für uns wichtig, zusammen sind wir stark.“

Andreas Suß ließ auch das Thema Asylbewerber nicht aus. „Die Organisationen mit allen Ängsten und Befürchtungen, aber auch mit dem enormen ehrenamtlichen Engagement sind ein Spiegelbild der Gesellschaft.“ Suß verwies auf die IG BCE: Die Mitglieder kommen aus 98 Nationen, die kollegial und kameradschaftlich miteinander arbeiteten.

Über die Betriebsentwicklung in der Region informierten die Betriebsratsvorsitzenden. Im September wurde die Bayer MaterialScience im ChemCoast Park in Covestro umbenannt – und startete an der Börse durch. „Wir hatten alle unsere Bedenken“, erklärte Marc Stothfang. Es habe sich aber bereits alles normalisiert, die Umstrukturierung habe den Standort Brunsbüttel mit zirka 550 Stamm-Mitarbeitern und 40 Auszubildenden gesichert. Ralf Bolte berichtete, dass der Mutterkonzern von Sasol in das Werk Brunsbüttel viel Geld investiere, um das Angebot zu erweitern. Für die 630 Mitarbeiter und 45 Azubis sieht es momentan gut aus, auch „wenn das Thema demografischer Wandel eine Herausforderung darstellt“.

Uwe Viohl sprach von einem schwarzen Jahr für Yara, auch wenn das Betriebsergebnis bis Juni sehr gut aussah. Trotz des durch einen Großbrand angerichteten Schadens, konnte die Produktion nach zwei Monaten wieder angefahren werden. Allerdings konnte der Betrieb nach dem folgenden Revisionsstillstand erst nach technischen Problemen wieder anlaufen, so dass insgesamt ein wirtschaftlicher Schaden von etwa 200  000 Tonnen entstanden ist. „Wir hoffen trotzdem, das Jahr positiv abschließen zu können.“

Wie wichtig die gut funktionierenden Werke für Brunsbüttel sind, betonte stellvertretender Bürgermeister Peter Hollmann. „Ein großer Teil der in Brunsbüttel anfallenden Gewerbesteuern kommen aus den Betrieben, in denen die der IG BCE vertreten ist “, sagte er. Der wirtschaftliche Aufschwung in den Nachkriegsjahren sei auch der Verdienst der Gewerkschaften gewesen – und sei es noch heute, erklärte Hollmann.


>Die Bürozeiten der IG BCE in der Koogstraße 31 haben sich geändert, das Büro ist nur noch dienstags in der Zeit von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

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