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Norddeutsche Rundschau

19. November 2017 | 08:02 Uhr

KREISHAUS : Stadt kämpft für Standort

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Auch bei einem Neubau soll das Kreishaus in Itzehoe bleiben. Das bekräftigt der Hauptausschuss und übt zugleich Kritik am Vorgehen des Kreises.

von
erstellt am 10.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Wie geht es mit den Planungen für ein neues Kreishaus weiter? Auch im Itzehoer Rathaus werden die Entwicklungen aufmerksam verfolgt. Denn es geht schließlich auch um den Standort in der Kreisstadt. Dieser könnte in Frage stehen, wenn es zum Bürgerentscheid kommt und sich die Mehrheit der Bürger für den Erhalt der Fassaden des Bahnhofshotels und des Bollhardtschen Gebäudes in der Viktoriastraße ausspricht. Dann scheint ein Neubau an anderer Stelle wahrscheinlicher als ein grundlegende Sanierung der historischen Häuser. Ein Gutachten hat bereits ergeben, dass ein Neubau wirtschaftlicher ist.

Dass dieser Neubau auch in Itzehoe stehen würde, hofft Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen. Im städtischen Hauptausschuss räumte er mit Gerüchten auf, dass Landrat Torsten Wendt bereits Grundstücke gekauft habe, um das Haus „irgendwo in den Kreis zu legen“. Wendt habe ihn extra angerufen, um zu sagen, dass dies nicht der Fall ist. „Ich gehe davon aus, dass das Kreishaus in der Kreisstadt bleiben wird und der Kreis nicht dem unrühmlichen Beispiel Pinnebergs folgt“, betonte Koeppen. Dort wurde das Kreishaus aus der Kreisstadt weg nach Elmshorn verlegt. Ein Wegzug wäre auch für die gerade wieder aufblühende Innenstadt fatal, so Koeppen.

Dass es zum Bürgerentscheid kommt, scheint indes sicher. Die Bürgerinitiative für den Erhalt der Fassaden hat mehr als 6000 Befürworter-Unterschriften gesammelt, notwendig sind 5500. Der Stadt seien 3600 aus ihrem Einzugsbereich zur Prüfung vorgelegt worden, erklärte Koeppen. 3400 davon wurden für gültig erklärt. Bei einem Bürgerentscheid wären dann mindestens 11 000 Stimmen nötig.

Sollte es dazu – und dann auch zu einem Neubau – kommen, könne die Stadt auf jeden Fall geeignete Flächen anbieten, betonte der Bürgermeister. Eine davon sei Alsen, wo sich bereits das Jobcenter angesiedelt hat. „Warum sollte sich das Gebiet nicht zu einem Behördenstandort entwickeln?“

Die Politik weiß Koeppen dabei an seiner Seite. „Das Kreishaus gehört nach Itzehoe“, betonte Ralph Busch (CDU). „Darum werden wir auch kämpfen!“ Die Stadt müsse alles dafür tun, dass das Kreishaus in Itzehoe bleibt, bekräftigte auch Karl-Heinz Zander (Grüne).

Sönke Doll (SPD) indes übte Kritik am Vorgehen des Kreises. „Das Problem ist nicht der Bürgerentscheid, sondern dass das Budget nicht ausreicht“, meinte er. Der Bürgerentscheid sei nur ein willkommenes Ablenkungsmanöver, da die Kosten zu hoch seien. Es gibt einen Kreistagsbeschluss, demzufolge die reinen Bau- und Planungskosten die Summe von 15 Millionen Euro nicht überschreiten sollen. „Der Kreis ist in der Verpflichtung, den jahrelangen suboptimalen Unterhaltungsaufwand jetzt aufzuholen.“ Und er könne es sich „nicht so leicht machen, einfach zu sagen ‚Wir gehen dort raus‘ – denn dann haben wir dort die nächste Ruine stehen.“

Es seien „von Anfang an politische Fehler passiert“, meinte auch Ernst Molkenthin (Linke). „Man bräuchte als erstes einen Aufhebungsbeschluss der Finanzierung.“ Das Bürgerbegehren habe nicht nur mit der Fassade zu tun. „Es geht auch um die politischen Fehler und darum, dass die Bürger nicht mitgenommen wurden.“

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