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Norddeutsche Rundschau

18. Dezember 2017 | 20:02 Uhr

Stadtentwicklung : Stadt als Anker der Region

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Beratungsfirma stellt Ergebnisse von Untersuchung zur Städtebauförderung vor / Handlungsbedarf: Glückstadt für Familien kaum interessant

von
erstellt am 22.Feb.2015 | 08:01 Uhr

„Die Innenstadt funktioniert“ – so lautet das Fazit von Hathumar Drost, Geschäftsführer der Firma Complan Kommunalberatung. Es gebe aber eine Reihe von Ansatzpunkten, wo Verbesserungen erreicht werden könnten, die die Stadt attraktiver und zukunftsfähiger machen würden. So könne sie zu einem „Anker der Region“ werden.

Gemeinsam mit drei seiner Mitarbeiterinnen, Bürgermeister Gerhard Blasberg und Bauamtsleiter Dr. Lüder Busch stellte Drost im Theater am Neuendeich die vorläufigen Ergebnisse einer Untersuchung vor, die Complan im Auftrag der Stadt erstellt hat. Glückstadt ist in das Städtebau-Förderprogramm für kleinere Städte und Gemeinden aufgenommen worden (wir berichteten). Bevor aber Gelder aus diesem Programm in die Elbestadt fließen, ist jene vorbereitende Untersuchung vorgeschrieben, die nun kurz vor dem Abschluss steht. Die Informationsveranstaltung für Bürger im Theater war Teil der Untersuchung. Ihre Ergebnisse fließen in den Abschlussbericht von Complan ein.

Rund 100 Bürger waren der Einladung durch die Stadtverwaltung gefolgt. Viele bewegte im Vorfeld die Frage, ob sie eventuell einen Teil der Kosten für die Sanierungsmaßnahmen tragen müssen. „Wer sich als Grundstückseigentümer Sorgen macht, dass im Zuge des Programms Kosten auf ihn zukommen, kann beruhigt sein“, bemühte sich Bürgermeister Blasberg die Bedenken bereits in der Begrüßung zu zerstreuen. „Sie können sich entspannt zurücklehnen und den Abend genießen.“

Vorgestellt wurden die bisherigen Ergebnisse der Untersuchung. Die Städteplaner von Complan haben Umfragen durchgeführt und eigene Erhebungen zum Zustand der Innenstadt vorgenommen. So wurden die Bürger unter anderem gefragt, womit sie in der Stadt besonders zufrieden seien. Hier lag das gastronomische Angebot weit vorn. Auch mit der Gesundheitsversorgung konnte Glückstadt bei seinen Bürgern punkten. Kritisiert wurden dagegen unter anderem die Parkmöglichkeiten. Auch die „Sicherheit und Ordnung“ bewerteten die Befragten eher negativ. Interessant war auch die Wahrnehmung der Bürger beim Leerstand. Während die Hauseigentümer in der Umfrage kaum leeren Wohn- oder Geschäftsraum in ihren Gebäuden angaben, waren sich allgemein gefragt deutlich mehr Bürger sicher, dass es vermehrte Leerstände gäbe. Wahrnehmung und Realität gehen in dieser Fragen eventuell auseinander.

Bei ihren eigenen Analysen kamen die Städteplaner zu dem Ergebnis, dass die Stadt für junge Menschen und Familien als Wohnort kaum interessant sei. „Es gibt ein deutliches Bevölkerungswachstum bei älteren Menschen“, erklärte Projektbearbeiterin Gesine Rauhaut. Der Anteil der Personen bis 13 Jahre nehme dagegen stark ab. „Glückstadts Innenstadt ist im Moment vor allem für ältere Menschen als Wohnort sehr attraktiv.“

Aus ihren Ergebnissen haben die Stadtplaner eine ganze Reihe von Stärken und Schwächen der Innenstadt entwickelt. Die Schwächen, wie beispielsweise auch die mangelnde Barrierefreiheit, sollen nun gezielt mit Einzelmaßnahmen angegangen werden. Ein Schwerpunkt sollte nach Empfehlung der Untersuchung das Gebiet rund um den Bahnhof sein. „Dort besteht dringender Handlungsbedarf in mehrfacher Hinsicht“, sagte Hathumar Drost. In puncto Parken sei ein Leitsystem notwendig, um die Situation zu verbessern.

Im Anschluss an die Präsentation hatten die Bürger Gelegenheit, an Schautafeln konkrete Ergebnisse der Untersuchung zu bewerten und Stellung zu nehmen. Die Eingaben und Vorschläge fließen nun noch in den Abschlussbericht von Complan ein, der dann in der kommenden Woche in Ausschüssen der Stadtvertretung vorgestellt wird. Abschließend berät dann die Stadtvertretung die Pläne.

>Die Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchung (mit Stand von 17. Februar) sind über die Website der Stadt einsehbar unter www.glueckstadt.de/media/custom/

2279_800_1.PDF?1424176712

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