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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 23:20 Uhr

Staatsanwalt ermittelt wegen Tierquälerei

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

shz.de von
erstellt am 19.Mär.2015 | 13:06 Uhr

Er war mit der Haltung seiner Tiere offenbar überfordert: Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt gegen einen Landwirt aus einer Wilstermarschgemeinde wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Außerdem muss sich der Mann wohl wegen mehrerer Umweltdelikte verantworten.

Oberstaatsanwalt Uwe Dreeßen bestätigte gestern entsprechende Informationen unserer Zeitung über einen Vorfall, der sich bereits Ende Februar ereignet hat. Nähere Angaben zur Lage des Hofes oder zur Person des Landwirts machte Dreeßen aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht.

Damals habe es auf dem Hof aber einen Polizeieinsatz gegeben. Die Beamten zählten gemeinsam mit Vertretern des Kreisveterinäramtes insgesamt 37 verendete Rinder. Auch die noch lebenden Tiere, insgesamt sollen es etwa 60 gewesen sein, seien schlecht versorgt worden. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft war der Landwirt am Ende selbst auf die zuständigen Behörden zugegangen. Ein Tierarzt hatte ihm das dringend angeraten. Um was für Tiere es sich genau handelte, konnte die Staatsanwaltschaft nicht sagen. Die Milchwirtschaft sei aber wohl schon im Vorfeld eingestellt gewesen.

Unter den Rindern sollen allerdings auch tragende Muttertiere gewesen sein, zitierte ein norddeutscher Radiosender den Chef des Kreisveterinäramtes, Dr. Hans Treinies. Der amtliche Tiermediziner war gestern Nachmittag nicht erreichbar. Weiter hieß es allerdings, dass der Landwirt so zu sagen Selbstanzeige erstattet habe, weil ihm „die Haltung seiner Tiere entglitten sei“. Den noch vorhandenen Tierbestand habe man umgehend an andere Höfe abgeben können.

Nach der Arbeit des Kreisveterinäramtes und dem Bericht der vor Ort eingesetzten Polizeibeamten, liegt der Fall jetzt auf dem Tisch des zuständigen Staatsanwalts. Laut Uwe Dreeßen wird aber nicht nur wegen Tierquälerei ermittelt. Der Landwirt soll auch Altöl sowie Gülle und Mist unsachgemäß gelagert haben. Insofern könnte auch für solche Delikte noch ein Strafverfahren auf den Bauern zukommen.

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