zur Navigation springen

Flüchtlingshilfe : St. Margarethen breitet die Arme aus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Donnerstag werden die ersten zehn Flüchtlinge aus Syrien, Armeniern und Albanien in St. Margarethen erwartet – und schon jetzt ist die Hilfsbereitschaft groß.

Eine große Bereitschaft zur Hilfe für Flüchtlinge: 27 St. Margarethener haben sich auf einem ersten Helfertreffen im Dolling-Huus in eine Liste eingetragen. Weitere Unterstützer sind willkommen, zum nächsten Helfertreffen (Dienstag, 11. August, um 19 Uhr) zu kommen. Und schon zwei Tage später werden in St. Margarethen die ersten zehn Flüchtlinge erwartet. Die Neubürger – sieben Erwachsene und drei Kinder zwischen zwei und neun Jahren – kommen aus Syrien, Armenien und Albanien. Sie werden Wohnungen am Wilhelm-Jensen-Weg beziehen, die das Amt Wilstermarsch angemietet hat.

„Die Flüchtlinge haben Schlimmes erlebt. Viele sind traumatisiert. Denen müssen wir helfen“, sagte Bürgermeister Volker Bolten zu Beginn des Helfertreffens. Er war tief bewegt von der großen Zahl der interessierten Helfer: Fast 50 Einwohner waren gekommen. „Wenn in St. Margarethen Hilfe gebraucht wird, stehen sie alle parat“, freute sich der Dorfchef. Besonders begrüßte er den neuen Flüchtlingsbeauftragten für Wilster und die Wilstermarsch, Knut Jüstel aus Wilster, sowie Susanne Rathjens und Manuela Evers aus der Verwaltung. Zu den Teilnehmern gehörten auch Helferinnen aus Wilster, die von ihrer Erfahrung in der Arbeit für die Flüchtlinge berichteten.

Mit Beifall quittierten die Teilnehmer des Helfertreffens die spontane Bereitschaft des 72 Jahre alten Neubürgers Raimund Swoboda. Der gelernte Systemanalytiker übernimmt die organisatorische Gesamtleitung der Flüchtlingshilfe und wird den Einsatz der Helfer koordinieren. Er habe keine Angst um die Zukunft der Flüchtlinge, die in wenigen Tagen nach St. Margarethen kommen, bestätigte Knut Jüstel. Ihnen müsse geholfen werden, damit sie sich in der für viele komplett neuen Welt zurechtfinden können. Wie funktioniert die Mülltrennung, wie benutze ich welche Haushaltsgeräte, wo finde ich die Sparkasse, den Kaufmann und den Arzt? Das alles seien Fragen, die von den Helfern beantwortet werden sollten. „Auch technische und handwerkliche Hilfe sind gern gewünscht“, sagte Jüstel und ergänzte: „Es ist wichtig, die Menschen in unser tägliches Leben einzubeziehen.“ Dabei sei auch die Integration in das Vereinsleben des Dorfes ein wichtiger Baustein. „Das können die Flüchtlinge allein nicht wuppen!“

„Das wichtigste aber ist die Sprache – sprechen, sprechen und immer wieder sprechen“, hob Inge Wulff aus Wilster hervor. Ein Wörterbuch helfe ebenso wie das persönliche Gespräch – natürlich immer auf Deutsch und mit Händen und Füßen. Ehrenamtlich engagiert sich die ehemalige Lehrerin Karin Hundt im Sprachunterricht. Schwierig sei es vor allem für Menschen aus dem arabischen Raum, die Buchstabe für Buchstabe die neue Schrift lernen müssen. „Es wäre schön, wenn sich auch in St. Margarethen Menschen finden, die den Sprachunterricht erteilen können.“

Der Zustrom neuer Flüchtlinge zwinge dazu, die Unterbringung in der zentralen Aufnahme immer mehr zu verkürzen, berichtete Susanne Rathjens. Die Gemeinden seien verpflichtet, die Asylbewerber aufzunehmen und sie unterzubringen. So würden die fünf am Wilhelm-Jensen-Weg angemieteten Wohnungen eine komplette Erstausstattung erhalten. Die Kosten würden den Gemeinden beziehungsweise dem Amt vollständig erstattet.

Dem Amt Wilstermarsch sei bis zum Jahresende die Aufnahme von 63 Flüchtlingen auferlegt worden, sagte Rathjens. Bisher würden davon 40 Menschen in den Gemeinden betreut, vornehmlich in Wewelsfleth. Jetzt kämen zehn Flüchtlinge nach St. Margarethen, die restlichen Zuweisungen müssten auf andere Gemeinden verteilt werden. „Nach der Zuweisung der Asylbewerber haben wir nur eineinhalb Wochen, die Wohnungen für sie einzurichten.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen