Polizei hofft auf neue Hinweise : Spuren führen nach Wilster: Kripo untersucht vermeintlichen Mord an Iris Schwarz

Die Kripo Hamburg rollt den Fall neu auf: 1980 verschwindet die damals 17-Jährige spurlos.

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20. September 2019, 13:29 Uhr

Wilster/Hamburg | Es ist ein Fall, der den Ermittlern vor 39 Jahren Rätsel aufgab – und damals ungeklärt blieb. Jetzt wird er neu aufgerollt und beschäftigt heute die Kriminalpolizei in Hamburg: Der Verdacht eines Tötungsdelikts an der damals 17-jährigen Iris Schwarz, die am 29. Februar 1980 in Hamburg verschwand. Spuren führen dabei offenbar auch nach Wilster.

Wurde Iris Schwarz 1980  getötet?
Kripo Hamburg
Wurde Iris Schwarz 1980 getötet?
 

Kripo wendet sich an Öffentlichkeit

Die Hamburger Kriminalpolizei wendet sich an die breite Öffentlichkeit, der Fall wurde jüngst auch in der ZDF-Sendereihe Aktenzeichen XY ungelöst geschildet. Die damals Auszubildende Iris Schwarz – geboren am 27. Februar 1963 in Altenessen in Nordrhein-Westfalen – lebt im Februar 1980 in Hamburg in einer Einzimmerwohnung, die sie sich zeitweise mit ihrem Vater, einem Monteur, teilt. Frühmorgens fährt sie regelmäßig, meistens mit dem Bus, zu ihrem Ausbildungsplatz in eine Konditorei.

Vater meldet Tochter als vermisst

Am Freitag, 29. Februar, trifft sie dort aber nicht wie gewöhnlich um 6 Uhr ein. Iris’ Vater behauptet, sie an diesem Morgen noch gesehen zu haben, als sie zum Bus ging. Seitdem fehlt von ihr jede Spur. Der Vater meldet seine Tochter am Nachmittag bei der Polizei als vermisst. Zwei Tage vorher, an ihrem Geburtstag, hatte Iris Schwarz von der Mutter ihrer Freundin eine Eintrittskarte für ein Konzert von Howard Carpendale am 5. März 1980 in der Musikhalle Hamburg geschenkt bekommen. Zu diesem Konzert ist Iris nicht erschienen.

Bis 1979 wohnt Iris Schwarz in Wilster

Am 6. März 1980 findet ein Arbeiter die Handtasche und Teile der Bekleidung der Vermissten. Die Sachen liegen an einem Bahndamm, beziehungsweise in einem Graben im Hamburger Gewerbegebiet Billbrook. Eine große Suchaktion der Polizei nach dem Mädchen bleibt aber erfolglos.

So sah seinerzeit das Gebäude in der Deichstraße 85 aus, in dem Iris Schwarz bis Ende der 70er Jahre wohnte, bevor sie nach Hamburg zog.  Fotos: Kripo Hamburg
Kripo Hamburg
So sah seinerzeit das Gebäude in der Deichstraße 85 aus, in dem Iris Schwarz bis Ende der 70er Jahre wohnte, bevor sie nach Hamburg zog.
 

Iris Schwarz war 1,63 Meter groß, wog 50 bis 55 Kilogramm, hatte dunkelbraunes, schulterlanges Haar und braune Augen. Ab Mitte der 1970er Jahre bis 1979 wohnte die junge Frau in Wilster in der Deichstraße 85 und zog dann nach Hamburg um. Die Kripo hält eine Verbindung zwischen dem Mordfall und dem damaligen Wohnhaus in der Deichstraße für möglich, das zu dem Zeitpunkt noch im Besitz der Familie Schwarz gewesen sei.

Sachdienliche Hinweise nimmt die Kripo Hamburg telefonisch unter 040/428650 entgegen. Zeugen können sich aber auch an jede Polizeidienststelle wenden.

Nun wenden sich die Hamburger Ermittler an die Wilsteraner Bevölkerung und hoffen auf Hinweise. Die Kripo fragt: Wer hat in der Deichstraße 85 Ende Februar 1980 verdächtige Beobachtungen gemacht? Wem ist ein ungewöhnliches Fahrzeug aufgefallen? Und an die Hamburger Öffentlichkeit gerichtet: Wer hat in der Nacht zum 29. Februar 1980 oder später beobachtet, wie Teile von Iris’ Kleidung und ihre Handtasche abgelegt worden sind?

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