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Gemeidehaushalt : Sprudelnde Steuern: Büttel spült 2,6 Millionen Euro in die Landeskasse

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Klein und wohlhabend: In der Wilstermarsch-Gemeinde Büttel ist kommunaler Geldmangel kein Thema.

shz.de von
erstellt am 08.Dez.2017 | 05:01 Uhr

Wenn es in der Gemeindeversammlung Büttel um die Gemeindefinanzen geht, dreht es sich vornehmlich um Millionenbeträge. So auch diesmal wieder, als der Jahresetat für 2018 einstimmig verabschiedet wurde. Er hat ein Gesamtvolumen von fast 4,9 Millionen Euro und wird am Jahresende einen Überschuss von fast einer Million Euro in die Gemeindekasse spülen. Damit wird sich das Eigenkapital der nur 37 Einwohner zählenden Gemeinde auf rund 11,5 Millionen Euro erhöhen. Zusammenfassend stellte Bürgermeister Kurt Friedrichs fest: „Im neuen Haushalt sieht alles gut aus für uns.“

Kein Wunder also, dass Büttel keine Probleme damit hat, den jetzt anstehenden Ausbau des Glasfasernetzes für das schnelle Internet großzügig zu unterstützen. So sollen alle Einwohner mit Büttel als erstem Wohnsitz den Breitbandanschluss unentgeltlich erhalten. Über die ohnehin kostenfreien 20 Meter hinaus mit 35 Euro pro laufenden Meter. Dafür stellt die Gemeinde 50 000 Euro in den neuen Haushalt ein.

Die Einschränkung auf „Einwohner mit erstem Wohnsitz in Büttel“ wurde in den Mehrheitsbeschluss bei einer Enthaltung auf Anregung von Bürgermeister Kurt Friedrichs aufgenommen. Damit soll verhindert werden, dass beispielsweise auch die Industriebetriebe weitab vom Ortskern plötzlich darauf pochen könnten, den Breitbandanschluss ebenfalls kostenlos zu erhalten.

Im Jahr 2018 will Büttel 311 500 Euro für Investitionsmaßnahmen bereitstellen. Neben dem Breitbandausbau sind es 25 000 Euro für Grunderwerb, 40 000 Euro für Tiefbauarbeiten im Rahmen der Schmutzwasserentsorgung, 60 000 Euro für die Umstellung der gesamten Straßenbeleuchtung auf LED-Technik, 120 000 Euro für die Erneuerung der sanitären Anlagen im gemeindeeigenen „Elbkrug“ und weitere 16 500 Euro für Geräte und Betriebsausstattung im „Elbkrug“.

Die Hebesätze für die kommunalen Steuern bleiben auch 2018 unverändert mit 310 Prozent für die Grund- und 330 Prozent für die Gewerbesteuer. Letztere ist mit Einnahmen von 4,3 Millionen Euro veranschlagt, die Grundsteuer schlägt mit knapp 200 000 Euro zu Buche. Die hohe Gewerbesteuereinnahme hat allerdings auch erhöhte Umlagezahlungen zur Folge: rund 2,6 Millionen an das Land, 610 000 Euro an den Kreis Steinburg und 280 000 Euro an das Amt Wilstermarsch. Als Schulverbandsumlage sind 35 000 Euro und an den Wegeunterhaltungsverband 9300 Euro zu zahlen.

Einen kleinen Dämpfer muss die Gemeinde noch für das laufende Haushaltsjahr 2017 verkraften. „Der Haushaltsüberschuss ist mit 339 500 Euro geringer ausgefallen als gedacht“, räumte der Bürgermeister ein. Die Gewerbesteuereinnahmen verringern sich beispielsweise durch hohe Erstattungen von 4,6 auf nur noch 1,5 Millionen Euro.

Die Sitzung der Gemeindeversammlung hatte der Bürgermeister mit einem Gedenken an Richard Schmidt eröffnet. Der Altbürgermeister war im Alter von 81 Jahren gestorben. Schmidt war 35 Jahre lang Bürgermeister der Gemeinde Büttel gewesen und habe hier zum Wohle der Einwohner viel bewegt, stellte sein Nachfolger als Dorfchef fest.

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