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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 16:00 Uhr

Glückstadt Nord : Sprechstunde für Anwohner

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Quartiersmanagerin Olga Schill nimmt Sorgen, Nöte und Anregungen auf. Im März beginnen Vorbereitungen für die Wahl eines Beirates

von
erstellt am 04.Jan.2016 | 16:38 Uhr

„Möchten Sie etwas trinken“, fragt Olga Schill ihre Besucher. Dieter und Irmgard Keil möchten nicht, aber sie haben etwas auf dem Herzen. Sie sitzen bei der neuen Quartiersmanagerin im Büro der Diakonie am Tisch. Denn Olga Schill hat Sprechstunde. Die 29-Jährige interessiert sich für alles, was mit Glückstadt-Nord zu tun hat, weil dieser Stadtteil verbessert werden soll. In welcher Form, dass soll sich auch aus solchen Gesprächen mit den Anwohnern entwickeln.

Auch bei dem Thema von Ehepaar Keil will sie helfen. Denn in der Danziger Straße wachsen seit 50 Jahren Ahornbäume und die Anwohner haben dadurch viel Laub im Herbst zu fegen. Für das Rentnerehepaar ist es zu viel geworden. „15 Säcke waren es in diesem Herbst“, sagt Irmgard Keil. Früher wurden die Tüten noch von der Stadt bezahlt, jetzt nicht mehr. Und die Wurzeln der großen Bäume drücken die Gehwegplatten so hoch, dass sie zu Stolperfallen werden. Olga Schill notiert sich alles und verspricht, sich um Lösungen zu kümmern.

Gleiches gilt für das Ansinnen von Thomas Fritz, der zum Gespräch dazu kommt. Dem 60-Jährigen macht der Busverkehr Sorgen, denn ab Sonnabendmittag gibt es am Wochenende keine Verbindung zur Stadt. Sein zweites Anliegen: Glückstadt-Nord braucht aus seiner Sicht eine Bäckerei-Filiale, die auch andere Sachen des täglichen Bedarfes anbietet.

Olga Schill ist Stadtplanerin und arbeitet für das Hamburger Planungsbüro „Polis aktiv“, das im Auftrag der Stadt in den nächsten vier Jahren die Stadtteilerneuerung moderieren soll. Seit November bietet sie bereits mittwochs von 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr ihre Sprechstunde an. „Bisher waren sie gut besucht“, sagt die 29-Jährige. Mittlerweile habe sie auch Expertengespräche geführt und sich den für sie relevanten Einrichtungen vorgestellt. „Ich will ein Netzwerk aufbauen.“ Wichtig sei dies auch, weil sie ja nur vier Jahre bleibe, aber das Projekt auf viele Jahre angelegt ist. Deshalb soll im Frühjahr auch ein Stadtteil-Beirat gegründet werden mit 13 stimmberechtigten Mitgliedern aus Vertretern von Einrichtungen und von Anwohnern. Sie selbst ist nicht stimmberechtigt, wird den Beirat aber begleiten.

Geplant ist, dass im März alle Bürger im Stadtteil-Nord zu einer Informationsveranstaltung in die Pausenhalle der Elbschule eingeladen werden. Dort werden erste Ergebnisse der Voruntersuchungen für den Stadtteil vorgestellt. „Auf dieser Veranstaltung wollen wir um Beiratsmitglieder werben.“

Der gewählte Beirat soll künftig über einen Geldbetrag verfügen, um kleinere Projekte anschieben zu können. „Zum Beispiel ein Nähkurs, Räder reparieren oder um ein Fest zu veranstalten. Die Summe sei noch unklar. „Wir wollen Projekte der Anwohner finanzieren“, fasst sie zusammen. „Es soll das Engagement der Bürger fördern sowie das soziale Miteinander. “

Die Wünsche, Sorgen und Nöte die sie bisher von Bürgern gehört hat, sind vielfältig. Einer beschwerte sich über Müll, brachte aber auch gleich einen Lösungsvorschlag mit. Ein anderer kritisierte Häufchen von Hunden. „In Hamburg haben wir bunte Fähnchen in solche Haufen gesteckt“, sagt Olga Schill und lächelt, denn dies könne sie sich auch in Glückstadt vorstellen.

Und auch etwas anderes: Gemeinsam den Stadtteil sauber machen. Bei diesem Projekt will sie noch mit Verantwortlichen bei der Stadt sprechen, dass es eine gemeinsame Aktion wird. „Wir könnten einen Preis ausgeben für das skurrilste Müllstück und auch für das schönste“, sieht sie Anreize mitzumachen.

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