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Glückstadt : Sportverein – Ein Auslaufmodell ?

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Thomas Gründel bleibt Vorsitzender des ETSV Fortuna. Sorge um das langfristige Bestehen der Gemeinschaft

„Leider fühlen sich immer weniger Vereinsmitglieder berufen, sich im Vorstand oder als Trainer ehrenamtlich zu engagieren.“ Mit diesen Worten begann Thomas Gründel, Vorsitzende des ETSV Fortuna, seinen Bericht. Dies zeichnete sich auch in der Anwesenheit bei der Hauptversammlung im Fortuna-Heim ab. Von 1655 Mitglieder, davon 980 stimmberechtigte, waren nur 44 anwesend.

„Das gilt natürlich nicht für euch“, richtete sich Gründel an die Fortunaten im Raum. „Ihr seid ja die, die etwas für den ETSV machen.“ Doch tendenziell würden sich immer weniger Mitglieder einsetzen. Dies führe dazu, dass wenige immer mehr machen müssen. Der Vorstand arbeite sein Tagewerk ab, aber Zeit für Innovation und kreative Arbeit bleibe da nicht mehr. „Ohne die Engagierten fällt das Konstrukt zusammen.“

Denn der Verein werde von den Mitgliedern am Leben erhalten, die ganz ehrenamtlich und für kleines Geld arbeiten. Wenn ein Teil dieser Wechselbeziehung wegbreche, könne die Sportgemeinschaft, so wie sie ist, nicht erhalten bleiben. „Dann müssen externe Kräfte eingekauft werden, die den Job hauptamtlich machen. Das könnte, aber muss nicht die Zukunft sein“, sagte der Vorsitzende. Dadurch würden auch zwangsweise die Mitgliedsbeiträge steigen. Doch das sei ein Problem, vor dem nicht nur der ETSV stehe, sondern auch andere Vereinigungen.

Bereits jetzt arbeiten im Verein einige Honorarkräfte auf 15 Stunden Basis. „Aber auch die sind nicht leicht zu bekommen.“ Die Turnabteilung sucht nach wie vor einen zusätzlichen Übungsleiter und in der Fußballsparte werden ehrenamtliche Trainer benötigt.

„Da hat sich irgendetwas verschoben. Früher waren Eltern viel mehr bereit etwas zu tun.“ Es liege vielleicht daran, dass sie heute weniger Zeit hätten und mehr Leistungsdruck bei der Arbeit, vermutete Thomas Gründel. Vereine könnten ein Auslaufmodell sein. Die Frauen und Männer ziehe es immer mehr in die Fitness-Studios. „Dafür zahlen sie dann meist höhere Beiträge, haben aber keine weiteren Verpflichtungen.“ Sie würden kommen, ihren Sport machen und wieder gehen. „Doch ich glaube, dass die Gesellschaft das Miteinander braucht und das bieten Sportgemeinschaften.“

Auch finanziell war das vergangene Jahr eher durchwachsen. Der Verein hat mehr Geld ausgegeben als eingenommen. „Das ist der Entscheidung geschuldet, dass wir mit der Fußballanlage hier geblieben sind und nicht verlagert haben“, erklärte der Vorsitzende. Die Heizung im Vereinsheim wurde erneuert und die Sanierung der sanitären Anlagen hat begonnen. Das hat ein Loch in die Haushaltskasse geschlagen, trotz der Zuschüsse der Stadt. Hinsichtlich des geplanten neuen Kunstrasenplatzes für die Fußballer solle es 2016 weiter vorangehen. Dennoch hatte das vergangene Jahr auch seine positiven Seiten. Die Judo- und Taekwondosparten waren im Wettkampf erfolgreich. „Ein besonderer Dank dafür geht an die Trainer Heinz Grobys und Stefanie Kriesel.“ Auch die Volleyball und Badminton Gruppe sei gut dabei. Die Fußballabteilung habe mit Björn Sanders als Vorsitzenden eine würdigen Nachfolger für Uwe Thomsen gefunden.

Bei den Wahlen des Vorstandes zeigte sich, dass sich zwar meist die selben Mitglieder berufen fühlen, ein Amt anzunehmen, aber auch neue hinzukommen, die sich für den ETSV einsetzen wollen. Thomas Gründel bleibt durch Wiederwahl im Amt. Auch der erste Kassenwart Peter Krieger ist wieder gesetzt. Die Position des zweiten Kassenwarts ist weiterhin vakant. Die Schriftführerin Tina Gosemann ist ebenfalls wiedergewählt worden. Zweiter Kassenprüfer wurde Claus Leinemann. Das Amt des Beisitzers übernimmt Gerhard Blasberg. Als Jugendwart bestätigt wurde Christoph Bialas.

Der Verein zeichnete zudem seine Mitglieder aus. Zum Ehrenmitglied ernannt wurde Uwe Thomsen. Die goldene Ehrennadel ging an Werner Dieckwisch und Olaf Pleil für ihren Einsatz für die Judosparte. Die Judoka Katja Fuß und die Taekwondo-Sportlerin Denise Lidtke wurden mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Für 75 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde Werner Kurth sowie für 60 Jahre Bruno Appel. Bereits 55 Jahre dabei sind Hans-Jürgen Rübcke und Claus Leinemann. Rüdiger Labuj, Antje Jürgens, Telse Hoffmann, Olaf Pleil und Holger Petersen zeichnete der Vorstand für 40 Jahre Mitgliedschaft aus. Ihr 25-jähriges Jubiläum hatten Thorsten Menssen und Markus Kummich.

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