Sportschuhe statt Highheels

Hohe Erwartungen an den Nachwuchs? Die Golfkünste unserer Volontärin Lisa Strobel lassen sich mit denen von Golf-Profi Tiger Woods noch nicht vergleichen. Noch nicht!
1 von 2
Hohe Erwartungen an den Nachwuchs? Die Golfkünste unserer Volontärin Lisa Strobel lassen sich mit denen von Golf-Profi Tiger Woods noch nicht vergleichen. Noch nicht!

Herausforderung Golf: Neulinge lernen Körper und Geist in Einklang zu bringen

von
22. Juli 2018, 16:11 Uhr

„Achtung: Fliegende Bälle“ steht auf einem Schild. „Bleiben Sie immer an meiner Seite, dann passiert Ihnen nichts“, warnt mich Golf-Schiedsrichter Bernd Mailandt. Gemeinsam betritt er mit mir, Volontärin unser Zeitung, die Driving Range, den Übungsplatz, des Golfplatz Schloss Breitenburg. Dort will er mir meine erste Golf-Lektion erteilen. Außer ein paar eleganten Minigolf-Schlägen bin ich noch eine echte Newcomerin auf dem Golfplatz.

„Highheels sollten Sie jedenfalls nicht anziehen, die zerlöchern den Rasen“, sagt Bernd Mailandt und schlüpft dabei in seine speziellen Golfschuhe. Dann wirft er mehrere orangene Golfbälle auf den Rasen und zieht einen Schläger aus der Tasche. Zu uns gesellt sich eine Dame ganz im modischen Golf-Dress gekleidet – Highheels trägt auch sie nicht. „Heute ist übrigens Ladies Day im Golfclub“, sagt Mailandt. Sehr gut – denke ich mir, dann sprenge ich schon mal nicht die Herrenrunde mit meinem nicht vorhandenen Können. Stattdessen werden die ersten Hitzerekorde gesprengt. Mailandt lässt sich trotzdem nicht abhalten. „Gegolft wird immer. Nur bei Gewitter gehe ich nicht auf den Platz“, sagt er. Bevor das eintritt, legen wir los: Hände fest um den Schlägergriff legen, Füße schulterbreit stellen, locker in die Knie gehen und die Schlagfläche in Richtung Loch positionieren. Statt locker, stehe ich steif auf dem Green und habe bereits längst wieder vergessen, was ich als nächstes tun soll. Ach ja, den Ball treffen. Gar nicht so einfach. „Mehr Körpereinsatz“, ruft Mailandt mir zu. Ich schwinge den Schläger mehr wie beim Minigolf aus dem Handgelenk, anstatt wie beim Golf mit einem gekonnten Schwung aus der Schulter. Ich gebe nicht auf. Den Ball treffe ich immerhin, nur das Loch nicht.

Bei einer andern Übung soll ich den Ball statt zu rollen in hohem Bogen durch die Luft ins Ziel befördern. So, volle Konzentration – Arm gestreckt halten, fester Griff und aus der Schulter schwingen. Ich wiege den Schläger nach hinten, er geht nach vorn über – und dann treffe ich.

„Endlich“, rufe ich. Diesen Aufschrei hat auch die Dame gegenüber gehört. „Das Schöne beim Golf ist, dass wir nicht durch Netze getrennt sind. Golfer spielen miteinander und lernen sich während eines Spiels bsser kennen“, sagt Mailandt. Was danach aussehe, als würde der Spieler bloß einen kleinen Ball über den Platz schubsen, entpuppe sich als psychologische Kriegsführung.

Ein Golfer spielt immer gegen sich selbst und erst zuletzt gegen die anderen, sagt Mailandt. Die Schwierigkeit besteht darin, Körper und Geist in Einklang zu bringen. „Und ja das Klischee stimmt – Golfen ist schon ein teures Hobby. Aber mit der Mitgliedschaft wird jeder Spieler an Land, also an gepflegtem Rasen, beteiligt.“ Verschleißerscheinungen gebe es außerdem wenig beim Golf – außer vielleicht bei den Bällen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen