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Stadion-Sanierung : Sportliches Aushängeschild für Wilster

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Totalsanierung des Wilstermarsch-Stadions liegt voll im Zeitplan.

Wenige Wochen noch ist das künftige Aushängeschild des sportlichen Wilsters erst einmal eine einzige große Sandwüste. Aber die Arbeiten im Wilstermarsch-Stadion gehen planmäßig voran. Das neue Entwässerungssystem ist bereits verlegt. Der nächste größere Schritt ist die Vorbereitung für das Verlegen von Kunststoffbahn und Kunstrasen. „Die Baustelle verändert sich jede Woche“, freut sich Bauamtsleiter Roman Stöckmann. Für ihn ist das Projekt auch ein berufliches Highlight: „Den Bau einer so großen Sportstätte erlebt man in der Region vermutlich nur einmal.“

Rund 1,9 Millionen Euro werden hier in die Fitness der Wilstermarschbewohner investiert. Zwei Drittel der Gesamtkosten kommen aus dem Städtebauförderungsprogramm, in dem das Stadion nach langen Vorplanungen als „Zukunftsgestaltung Daseins-Vorsorge“ eingestuft ist.

Ins Schwärmen kommt auch Bürgermeister Walter Schulz – vor allem, wenn er dabei an seine eigene sportliche Vergangenheit denkt. „Als Siebenjähriger habe ich noch auf dem Ascheplatz am Colosseum gespielt.“ Später sei dann der Platz Am Brook entstanden. „Mit Alu-Stollen waren wir da im Winter wie auf einer Eisfläche unterwegs.“ Heute, so fügt er hinzu, seien die jungen Menschen da besser dran. Tatsächlich bekommt Wilster jetzt eine hochmoderne Sportstätte, wobei der alte Platz erst einmal auf ein einheitliches Niveau gebracht werden musste, weil eine Ecke des Spielfeldes bis zu 40 Zentimeter abgesackt war. „Da brauchte man immer einen starken Linksaußen“, meint Roman Stöckmann. Für die Außenstürmer geht es künftig nicht mehr bergauf. Auch bekommen er und seine Mitspieler eine optimale Lauffläche. Auf dem drainierten und verfestigten Untergrund wird noch einmal eine spezielle Sandschicht ausgebracht. Darauf wurden früher als Grundlage geschnetzelte Altreifen verteilt, was aber als krebserregend verrufen ist. In Wilster besteht der Unterbau aus dem Naturstoff Kork, auf dem dann die kunstvoll miteinander verflochtenen Grashalme aus Kunststoff verlegt werden. Je nach Belastung, so Stöckmann, werde es wohl 15 Jahre halten und könne dann auch mit geringem Aufwand erneuert werden.

Um das Fußballfeld herum verläuft eine 400 Meter lange Kunststoffbahn, auf der sich Leichtathleten austoben können. An einer Seite gibt es zusätzliche Laufbahnen, sodass dort bis zu sechs Sprinter starten können. Hinzu kommen weitere Flächen für Kugelstoßer und Weitspringer. „Wilster bekommt ein wirklich tolles Aushängeschild“, ist Stöckmann überzeugt. Dazu soll auch eine umfassende Neugestaltung des Umfeldes beitragen. Neben Tribüne, Flutlichtanlage und den erforderlichen Ballfangzäunen soll es beleuchtete Fußwege zur Erschließung der gesamten Anlage geben. „Wir wollen künftig keine dunklen Ecken mehr haben.“ Schulz und Stöckmann sehen das neue Wilstermarsch-Stadion auch als Initialzündung für Vereine wie MTV und Alemannia, die hier nicht nur optimale Trainings- und Wettkampfbedingungen vorfänden, sondern eine gute Grundlage für die Gewinnung neuer Mitglieder hätten. „Das ist eine Sportanlage für zwei Drittel unserer Einwohner“, hofft der Bürgermeister auf einen sportlichen Ruck durch die Bevölkerung. Optimal findet er auch die direkte Anbindung an das Schulzentrum, sodass auch für die Schulkinder beste Bedingungen für den Sportunterricht gegeben sind.

Die Vorplanungen für die Totalsanierung haben übrigens mehr als acht Jahre in Anspruch genommen. Die Sportstätte selbst ist inzwischen 40 Jahre alt. Geplant worden war sie einst übrigens von dem Kieler Landschaftsarchitekten Ulrich Siller. Hier schließt sich der Kreis: Die Planung jetzt hat dessen Sohn Arne übernommen.

In den nächsten Wochen will die auf Sportstättenbau spezialisierte Firma Weitzel aus Tornesch vorrangig die empfindlichen Beläge aufbringen. Dann folgen bis zum Winter die Arbeiten im Umfeld. Die große Einweihung des neuen Stadions könnte dann im Frühjahr stattfinden.

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erstellt am 29.Jun.2017 | 05:00 Uhr

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